Teil eines Werkes 
Bändchen 4-7 (1851)
Entstehung
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an die Armuth der Seinigen, und fühlte, vor lauter Scham und Kummer, ſich vor ſich ſelbſt erniedrigt; allein bald folgte wie es immer zu gehen pflegt der leichtſinnigen Handlung die leichtſinnige Denkungs⸗ weiſe, und er überredete ſich,daß er nicht ſchlechter wäre, als Andere. Einer unglückſeligeren Philoſophie huldigte noch nie ein Jüngling, und der, deſſen Vor⸗ bild kein erhabenes iſt, ruht ſelten eher, als bis er unter daſſelbe ſogar noch hinabſinkt. Der Familienſtolz machte Frank eitel, und die Eitelkeit leichtgläubig; er glaubte daher unbedingt Alles, was ſeine neuen Ge⸗ ſellſchafter ihm ſagten. Dabei gab das vertraulicheDu der Kameradſchaft allen Schmeicheleien einen Anſtrich von Freundſchaft.

Wäͤre ich der Neffe eines Feldmarſchalls, wie Du, ſo würde ich nicht bei einem Infanterie⸗Corps dienen. Ich würde unter die Liechtenſtein Huſaren, oder unter die Kaiſer Uhlanen treten, ſagte Einer.

Das wird er auch thun, rief ein Anderer. Dalton iſt bloß deßhalb zu Franz Carl gegangen, da⸗ mit er bald avancirt. Iſt er einmal in Wien, ſo avan⸗ eirt er zum Offizier, und dann kann er in ein anderes Regiment treten.

Der alte Auersperg kann Dich zu Allem machen, was er will, Junge, ſagte ein Dritter.Er ſelbſt hätte Kriegsminiſter werden können, wenn er Luſt ge⸗ habt hätte. Kaiſer Franz liebte ihn wie einen Bruder.

Auch iſt er reich; Niemand weiß, wie viel er be⸗ ſitzt, fiel ein Vierter ein.Er hat lange Jahre an der türkiſchen Grenze commandirt, zu einer Zeit, wo unſere Grenzer über die Dörfer herzufallen pflegten, und jedes Paſchalick den Frieden mit ſchwerem Gelde erkaufen mußte.

Du biſt wahrlich ein glücklicher Burſche, Dalton, daß Du ein ſo ſicheres Avancement und eine ſo ſchöne Erbſchaft in Ausſicht haſt.

Die Daltons, II. 17