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„Iſt nicht das Regiment Franz Carl in Wien?“ ſagte der Graf, der die Gereiztheit des Jünglings nicht wahrzunehmen ſchien.
„Ich glaube ſo.“
„Wohlan denn! da ich dahin reiſe, ſo nehmen Sie vielleicht einen Platz in meiner Kaleſche an?“
Es lag in der Art und Weiſe, wie dieſes Anerbie⸗ ten gemacht wurde, eine Offenheit und Herzlichkeit, welche die üble Laune, in die Frank verfallen war, plötz⸗ lich verſcheuchte. Niemand war weniger, als er, ge⸗ neigt, ſich von einem total fremden Menſchen eine Gunſt erzeigen zu laſſen; allein der Ton und die ganze Weiſe des Fremden hatten das Anerbieten ſogar jedes Scheins einer ſolchen entkleidet, und als Frank ſo daſtand, ohne zu wiſſen, was er antworten ſollte, ſetzte der Graß hinzu:
„Ich habe ſtets Glück. Ich hatte mir ſo eben noch einen Reiſegefährten gewünſcht, nnd ſiehe da, das Schick⸗ ſal hat uns zuſammengeführt!“
„Ich weiß nicht— ich kann kaum ſagen, wie oder was ich antworten ſoll,“ ſprach Frank zandernd.
„Sie vergeſſen, daß wir Kameraden ſind, Dalton — oder es wenigſtens in einigen Tagen ſein werden,“ ſagte der Graf in vertraulichem Tone;„ſteigen Sie daher ein, und machen Sie keine weiteren Umſtände.“
Wäͤhrend er ſo ſprach, war die Kaleſche herange⸗ fahren, und der Courier ſtand, mit der Mütze in der Hand, neben dem Kutſchenſchlage, ſo daß Frank nur noch ſo viel Zeit blieb, um das Anerbieten kurz zurück⸗ zuweiſen, und das konnte er nicht; er verneigte ſich deß⸗ halb, und ſprang hinein. Die Thüre ward heftig zu⸗ geſchlagen, und im nächſten Augenblicke fuhr der Wagen über den Schnee hin, wobei die Glocken und Gloͤckchen an dem Geſchirre der Pferde luſtig klingelten.
Es konnten wohl keine zwei Weſen einen ſtärkeren Contraſt darbieten, als die beiden Menſchen, die jetzt mit und neben einander reiſeten. Der eine reich, hoch⸗


