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hinanzuſteigen begann, hatte er keine Ahnung davon, daß der Wagen, der ihm etwa eine Viertelſtunde voraus war, ſeit einer ganzen Woche ſein Reiſegefährte geweſen. Da Frank nicht allen Windungen der Straße folgen wollte, ſo ſchlug er die Fußpfade ein, wodurch ſich die Zickzacke abſchneiden ließen, und war ſo der Kaleſche bald eine gute Strecke voraus. Endlich befand er ſich auf der halben Höhe der Steige, und ruhte einige Minuten auf einer der Bänke aus, welche die deutſche Fürſorge nie vergißt, zu Gunſten des Reiſenden an paſ⸗ ſenden Orten anzubringen. Eine niedrige, einige Fuß hohe Bruſtwehr trennte den Weg von einem tiefen und faſt ſenkrecht abfallenden Abgrunde, an deſſen Fuß, in eine Tiefe von mehr denn zweitauſend Fuß, das Dorf Stüben lag. Dort ſtand die kleine Kapelle, in der er an dieſem Morgen noch die Meſſe gehört— dort, der kleine Platz, wo er die Poſtpferde für die Reiſenden hatte tränken und anſpannen ſehen; dort befand ſich auch der kleine, mit Stroh bedeckte Brunnen, an dem gar viele Eiszapfen im Sonnenſcheine glänzten. So⸗ gar die Stimmen der Leute, und die Töne einer Leier⸗ orgel drangen durch die ſtille Atmosphäre bis zu ihm herauf. Es war eine Seene voll friedlicher Iſolirung, wie ſie Nelly gefallen haben würde. Es war ein Dorf, ähnlich denjenigen, die ſie ſelbſt oft geſchnitzt hatte, um einen Winterabend angenehm auszufüllen,— und Frank's Augen füllten ſich mit Thränen, als er an ſie und an die Heimath dachte.
Plötzlich wurde Frank durch ein Geräuſch von Füßen, die ſich auf dem Schnee fortbewegten, aus ſei⸗ nen Träumereien aufgeweckt, und als er ſich umſchaute, ſah er einen Reiſenden, der langſam den Weg herauf⸗ kam. Seine Kleidung verrieth augenblicklich, daß er bloß aus Liebhaberei zu Fuße gehen müſſe, und daß er ſeinem Wagen bloß vorangehe. Frank konnte, ſo flüch⸗ tig er ihn auch anſah, doch ſehen, daß es ein junger und hübſcher Mann war, deſſen kühne, aber etwas


