Teil eines Werkes 
Bändchen 4-7 (1851)
Entstehung
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unintereſſant, und führte entweder durch düſtere und unheimliche Tannenwälder, oder über große ſumpfige Ebenen, wo die hohen Mais⸗Stoppeln, oder die ver⸗ krüppelten Weinſtöcke die einzigen Spuren von Vegeta⸗ tion waren. Als er indeſſen dem Tyroler⸗Lande näher kam, erſchienen die hohen Berge, während das beſtän⸗ dige Anſteigen des Gebirges ihm ſagte, daß er allmäh⸗ lig das Land der Gletſcher und Schneegipfel erreiche. Jeden Tag fand er die Straße einſamer: dieſe abgele⸗ genen Gegenden waren von den Handwerksburſchen wenig beſucht, ſo daß Frank oft von Tagesanbruch bis in die Nacht hinein auch nicht einen Reiſenden traf. Vielleicht war ihm das nicht ſo ganz unlieb, da er auf dieſe Weiſe zu jenen Träumereien in wachem Zuſtande, an denen er ſo viel Gefallen fand, mehr Zeit hatte. Dann und wann verſcheuchte zwar ein rieſiger, in der Sonne erglänzender Berg, oder eine düſtere, einige tau⸗ ſend Fuß unter ihm ſich hinziehende Schlucht ſeine Träumereien und verſetzte ihn eine Zeitlang in ein an Betäubung grenzendes, verwunderungsvolles Staunen; allein ſeine Gedanken ſchlugen bald wieder den gewohn⸗ ten Weg ein, und dann ging es auf dem mühſamen Pfade weiter.

Da Frank ſchon vor Tagesanbruch ſich auf den Weg machte, und bis zur ſpäten Abendſtunde, mit dem Stocke in der Hand, fortwanderte, ſo machte er oft an einem Tage eben ſo viele Meilen, als der Reiſende, der ſich durch Poſtpferde weiter befördern ließ, aber bloß die wenigen Mittagsſtunden auf der Straße zu⸗ brachte; und in der That hätte er ſo, wäre er von ſeinen Gedanken weniger abſorbirt geweſen, die Eile, mit der er reiste, meſſen können, da auf dem Wege mehrere Tage hindurch eine Kaleſche mit drei Poſtpfer⸗ den regelmaͤßig und ſtets etwa um dieſelbe Stunde an ihm vorbeigekommen war.

Frank aber ſah von Allem dem Nichts; und als er an einem hellen und froſtigen Tage den Arlberg