Teil eines Werkes 
Bändchen 4-7 (1851)
Entstehung
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bald kam ihm der Gedanke, daß es ein Räuber ſein moͤchte; und er beſchloß daher, ruhig und bewegungs⸗ los liegen zu bleiben, und der Dinge zu harren, die da kommen würden. Es fehlte ihm nicht an perſönlichem Muthe, und er hatte volles Vertrauen auf ſeine Stärke und Gewandtheit.

Endlich ging die Thüre auf: zuerſt, nur ſehr we⸗ nig und langſam, dann immer weiter, bis Norwood bei dem myſteriöſen Halblichte, woran ſeine Augen ſich gewoͤhnt hatten, die Falbeln eines Frauen⸗Kleides, ſo⸗ wie darunter das kleine niedliche Füßchen eines Wei⸗ bes ſehen konnte. Die ſchwache, unſichere Flamme des Feuers ließ ihn ſo viel erkennen; der Reſt der Geſtalt aber blieb in tiefe Schatten gehüllt.

War es übertriebene Vorſicht, oder war es Un⸗ ſchlüſſigkeit in Betreff deſſen, was ſie thun ſollte, ſo viel iſt gewiß, daß die eingetretene Geſtalt einige Mi⸗ nuten ganz bewegungslos blieb. Norwood, der, ſo viel er nur konnte, den Athem angehalten hatte, lag in tie⸗ fem Schatten, und erging ſich in Muthmaßungen über ein Abenteuer, von dem er ſich wenigſtens eine amü⸗ ſante Geſchichte verſprach. Die kohlſchwarzen Spitzen, die über die gewölbte Fußbiege herabfielen, deuteten bei ihrer Beſitzerin auf einen Rang hin, der dem Vor⸗ falle etwas Pikantes verlieh, und die Neugierde eines Mannes, der kein höheres Vergnügen im Leben kannte, als die Geheimniſſe ſeiner Bekannten zu beſitzen, noch mehr ſteigerte.

Er hatte ſo viel Zeit, um etwa ein Dutzend Muth⸗ maßungen über die Perſönlichkeit der Eingetretenen anzuſtellen, bevor dieſelbe ſich rührte; und endlich ſah er, oder glaubte er wenigſtens zu ſehen, daß die Thüre ſich langſam zu ſchließen anfing, gleich als wenn die Eingetretene plötzlich zu einem andern Entſchluſſe ge⸗ kommen wäre. Mochte dieſes nun ein bloßer Spuk ſeiner aufgeregten Phantaſie ſein, oder nicht, ſo viel iſt gewiß, daß eine plötzliche Geberde der Ungeduld