Teil eines Werkes 
Bändchen 4-7 (1851)
Entstehung
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5⁵

Palaſt nicht verlaſſen, um wieder in die Hütte des Bauers einzuziehen; aber denk' bisweilen an uns, denk“ bisweilen an uns, Fräulein, wenn der ſanfte Sirocco durch Dein glänzendes Haar ſpielt— wenn in den Pomeranzenhainen und im Schatten alter Tempel die Töne der Muſik Deine Sinne umſchleichen— denk' dann an dieſes ſchlichte Vaterland und an ſeine grünen Thäler! Denk' an die, bei denen auch Du einſt ſo glücklich warſt! Wohl magſt Du ein glanzvolles Leben führen— es iſt das Recht Deiner Schönheit; allein werde nicht ſtolz, Fräulein. Erinnere Dich an das, was Chamiſſo uns ſagt:„„Die Noth lehrt beten,““ und dazu wird es bei Dir kommen, wie gläͤnzend auch Deine Stellung ſein mag.“

„Kate wird ſtets uns gehören, wo ſie auch ſein mag,“ ſagte Nelly, ihre Schweſter liebevoll an ſich drückend.

„Bedenke wohl, Fräulein, auf Deinen Wanderun⸗ gen, daß das Große und Schöne Brüder des Guten und Einfachen ſind. Der Waſſerfall und der Thau⸗ tropfen ſind mit einander verwandt! Bei Allem denke ſtets an Deine Heimath; und vergiß nie, daß, wenn Du die Liebe zu dieſer niedrigen Erde verlierſt, Du in Gefahr biſt. Wenn Du zu einer Deiner kindiſchen Spielſachen ſagſt:„„Ich liebe dich nicht mehr,““ dann iſt in der That eine Veränderung mit Dir vorgegangen.“

Während Hans ſo ſprach, ſetzte er ſich auf ſein kleines Bett nieder, und bedeckte ſein Geſicht mit den Händen.

Nelly beobachtete ihn ſchweigend einige Sekunden, ſchloß dann die Thüre mit ſanfter Hand, und führte Kate hinweg.