Teil eines Werkes 
Bändchen 4-7 (1851)
Entstehung
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Geiſt mochte die Gefahren der Trennung— mochte die Gefahren, denen ſich eine Perſon von Kate's Tempera⸗ ment und Gemüthsart ausſetzte, ſich allzu groß vor⸗ ſtellen. Ihre eigene Erfahrung mochte ihr ſagen, wel⸗ ches Elend die Folge einer unglücklichen Liebe iſt; und ihr reflektirendes Weſen, über das ein früher Kummer ſeine Schatten geworfen hatte, mochte eine ſo ungewiſſe Zukunft ſich allzu dunkel ausmalen. Allein eine tiefe Vorahnung lag wie ein ſchweres Gewicht auf ihrem Herzen, und ſie fand ſich ganz außer Stand, dagegen anzukämpfen.

Dieſe Inſtinkte unſerer Natur dürfen nicht unter⸗ ſchätzt, noch auch mit den ſchwachen und grundloſen Schrecken frivoler Menſchen zuſammen geworfen wer⸗ den. Die bei herannahendem Sturme ſich ſchließenden Blumenblätter; das wilde Gekreiſch der Seevögel, wenn eine Bö im Anzug iſt; das Sich⸗Sammeln der Schafe innerhalb der Hürden, ehe noch der Sturm los⸗ gebrochen iſt— ſind Zeichen, daß die Gefahr für die beobachtenden Inſtinkte nicht unangemeldet kommt.

„Soll ich es leſen, Papa?“ ſagte ſie den Kopf erhebend und ihm Blicke voll ruhiger und ſtrahlender Liebe zuwerfend.

„CEs iſt dieß nicht nothwendig,“ ſagte er barſch. „Es iſt natürlich voll von all den eleganten Phraſen, womit Frauenzimmer einander ſo gerne betrügen. Du haſt geſagt: ſie werde mitgehen— und das iſt genug.“

Nelly verſuchte es, zu ſprechen; allein es wollten die Worte nicht kommen— und ſo nickte ſie bloß zum Zeichen, daß dem alſo ſei.

„Und natürlich haſt Du auch ihrer Ladyſhip ge⸗ ſagt, daß ich nie meine Einwilligung gegeben haben würde, wenn ſie nicht eine nahe Verwandte der Familie wäre— eine, die eine Art Recht hat, wenn ich mich ſo ausdrücken darf, ſie ſich als Begleiterin zu erbitten. Sonſt würde auch ich meine Einwilligung nie gegeben haben!“ 5