Teil eines Werkes 
Bändchen 4-7 (1851)
Entstehung
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unfehlbar mit einem Gichtanfalle endigte. Das zuneh⸗ mende Alter verlieh ſolchen Anfällen einen beſonders gefährlichen Charakter,— was ſie bereits mit tiefer Unruhe zu bemerken anſing. Jetzt ſah ſie, daß Nichts

übrig bleibe, als ſeinen Wünſchen unverweilt nachzu⸗

kommen.

Sie ſetzte ſich alſo an den Tiſch, und machte ſich zum Schreiben bereit. Einige Sekunden benahm ihr die Verwirrung ihrer Gedanken— benahm ihr die bunte Menge der ihren Geiſt erfüllenden Empfindungen

alle Macht, ſich die Sache ruhig zu überlegen; allein

bald war der Kampf vorüber, und nun ſchrieb ſie raſch.

So ſtille, ſo mäuschenſtille war es im Zimmer, daß blos das kritzelnde Geräuſch der Feder zu hören war. Raſch glitt ihre Hand über das Papier hin, auf das ſchon zwei ſchwere Tropfen gefallen waren— bren⸗ nende Schmerzenstropfen, die aus einem ſieberhaft er⸗ regten Kopfe hervorgequollen waren! Eine ganze Welt des Unheils, ein fürchterlicher Katalog von Uebeln aller Art enthüllte ſich vor ihr; allein ſie ſchrieb fort. Sie fühlte, daß ſie die Reihe von Ereigniſſen in Bewegung ſetzen müſſe, deren unaufhaltſamen Gang ſie nie zu be⸗ herrſchen im Stande ſein werde, gleich als ob ſie über einen Abgrund hinweg das Felſenſtück rollen müſſe, das beim Hinabſtürzen Verderben und Verheerung mit ſich führen werde; allein ſie ſchrieb fort.

Endlich hörte ſie auf, und es war Alles ſtill; nicht ein Laut ließ ſich in dem kleinen Zimmer verneh⸗ men, und Nelly legte den Kopf auf den Tiſch und weinte.

Allein während ſie weinte, betete ſie auch:— ſie betete zum Himmel, daß, wenn die Zeit der Noth und der Anfechtungen, die ſie im Geiſte vorausſah, denn kommen müſſe, und daß, wenn denn nichts Anderes übrig bleibe, als den Becher des Kummers zu leeren,

ihnen von Oben herab die nöthige Stärke verliehen werden moͤchte, um dieſe Prüfungen zu tragen. Ihr