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„Sie würden doch wohl nicht ihr ganzes Glück auf das Spiel ſetzen wollen, Papa?“ entgegnete Nelly ſanft.
„Glück!“ ſagte er verächtlich;„was nennſt Du Glück? Nennſt Du das Glück, wenn wir unſer Leben in Armuth dahinſchleppen müſſen; wenn wir keinen vornehmeren Freund haben, als einen alten Spielwaa⸗ renhändler?“
„Armer Hanſerl!“ murmelte Nelly leiſe; allein ſo ſanft auch die Laute waren, ſo hörte der Zwerg ſie dennoch. Zum Zeichen, daß er ſie gehört, nickte er zweimal mit dem Kopfe, gleich als wollte er für eine Anerkennung danken, deren Bedeutung und Sinn ihm entging.
„Ganz richtig! Du bemitleideſt Fremde, zeigſt Dich aber gegen Deine eigenen Leute unbarmherzig,“ ſagte Dalton, während er aufſtand und im Zimmer auf⸗ und abging, wobei wir bemerken müſſen, daß die Bewegung nur dazu diente, ſeinen Zorn noch zu ſteigern.„Er war nie an ein beſſeres Leben und an eine beſſere Ge⸗ ſellſchaft gewöhnt; er iſt gerade das, was er ſtets war. Allein denk' an mich! Denk' an das Leben, zu dem ich beſtimmt war; denk' an meine Erziehung; denk' an die Stellung, die ich einzunehmen pflegte,— und ſieh mich jetzt an!“
„Theuerſter, beſter Papa, ſprich doch nicht ſo bittere Worte!“ rief Kate leidenſchaftlich.„Unſere liebe Nelly liebt uns aufrichtig. Was iſt ihr ganzes Leben Ande⸗ res geweſen, als eine immerwährende Selbſtver⸗ läugnung?“
„Und habe nicht auch ich die Tugend der Selbſt⸗ verläugnung genugſam üben müſſen 20 ſprach er etwas barſch.„Iſt mir auch nur eine der Bequemlichkeiten geblieben, an die ich ſtets gewöhnt war? Ich bin es müde, immer und ewig von Unterwerfung, von Ge⸗ duld, von Reſtgnation und dergleichen ſprechen zu hören; ich bin es müde, immer die Worte zu hören, daß wir


