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ruhig, während ſie ſich an den Schreibtiſch ſetzte, nach⸗ dem ſie ihre Arbeit weggelegt hatte.
„Meiner Treu, mir iſt es gleichgültig,“ ſagte er verdrießlich.„Auch liegt nicht viel daran, ob ich dieſe oder jene Meinung ausſpreche. Ich bin jetzt Nichts mehr; ich habe kein Recht, über irgend Etwas zu ent⸗ ſcheiden.“
„Sie haben ſowohl das Recht, als die Pflicht dazu, Papa.“
„Pflicht! So muß ich mich denn in meiner Pflicht
wie im Uebrigen unterweiſen laſſen!“ ſprach er leiden⸗
ſchaftlich.„Glaubſt Du nicht, daß es noch an andern Leuten wäre, ſich zu erinnern, daß auch ſie Pflichten haben?“
„Ich wollte, ich könnte die meinige ſo erfüllen, wie mein Herz es von mir verlangt,“ ſprach Ellen; und ihre Lippe zitterte, während ſie die Worte ſprach..
„Meiner Treu! Kaum weiß ich, was meine Pflicht iſt, obgleich man mir dieſelbe beſtändig vor Augen hält und mir ſie einzutrichtern ſucht,“ murmelte er finſter. „Allein ſo viel weiß ich, ich darf keinen Willen mehr haben. Ich darf mich ohne Erlaubniß nicht mehr rühren.“
„Theuerſter Papa, ſeien Sie doch gerecht gegen ſich, wenn Sie es nicht gegen mich ſein wollen.“
„Spreche ich nicht die Wahrheit?“ fuhr er fort und ſein Zorn nahm mit jedem Worte, das er ſprach, zu. „Bald verbietet man mir, Freunde zum Eſſen einzu⸗ laden. Bald ſagt man mir, ich dürfe nicht bei den⸗ ſelben ſpeiſen. In jedem Augenblicke muß ich mich ſchulmeiſtern, muß ich mir Verweiſe geben laſſen. Nie ſteigt in mir ein Gedanke auf, der nicht unrecht wäre. Ich muß immer und ewig von Dir hören, wie gut es ſei, arm zu ſein, vorausgeſetzt, daß man zufrieden zu ſein wiſſe.“ 3
„Das war ja Ihre Lehre, lieber Papa,“ ſagte Nelly lächelnd.„Verläugnen Sie nicht, was Sie ſelbſt als den richtigen Grundſatz aufgeſtellt haben.“


