Teil eines Werkes 
Bändchen 4-7 (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

Liebling; ein ſchönes, edelmüthiges, warmherziges Ge⸗ ſchöpf, voll Leben und Feuer, und mir bereits ſo liebevoll zugethan..

Wenn Sir Stafford über den unpaſſenden Nachdruck, der auf die letzten wenigen Worte gelegt wurde, nicht lächelte, ſo kam es nicht daher, daß er ihre volle Bedeu⸗ tung nicht verſtanden.

Und Herr Dalton ſelbſt wie iſt denn er?

Wie Nichts, was ich bis jetzt geſehen: das ſeltſamſte Gemiſch von Geradheit und falſchen Folgerungen von Wohlwollen und Grauſamkeit, Grobheit und Artigkeit, zarteſter Rückſicht und äußerſter Rückſichtsloſigkeit ge⸗ gen Andere und deren Gefühle das je exiſtirte. Man weiß nie, welcher Art in einem gegebenen Augenblicke, oder in Beziehung auf irgend einen Gegenſtand ſeine Geſin⸗ nungen ſein werden, mit Ausnahme der Familienfrage, wo ſein Stolz faſt an Wahnwitz grenzt. Ich glaube, in ſeinem Vaterlande würde er nichts Seltſames oder Eigen⸗ thümliches ſein, aber außerhalb deſſelben iſt er eine Figur, die ſchlechterdings zu keiner Landſchaft paßt.

Es iſt ſchwer zu ſagen, wie viel von dieſer Eigen⸗ thümlichkeit vom Unglücke herrühren mag, ſagte Sir Stafford gedankenvoll.

Ich bin überzeugt, er war ſtets derſelbe; es wäre wenigſtens unmöglich, ihn ſich anders vorzuſtellen. Aber ich bin nicht gekommen, um über ihn zu ſprechen, ſondern über ſeine Tochter Kate, für die ich mich ſehr intereſſire. Sie müſſen wiſſen, Sir Stafford, daß ich einen kleinen Plan ausgeheckt habe, zu deſſen Ausführung ich Ihrer Mithülfe und Unterſtützung bedarf. Ich will nämlich dieſes liebe Mädchen mit uns nach Italien nehmen.

Sie nach Italien nehmen? In welcher Eigenſchaft, Lady Heſter? Sie wollen ihr doch keine Stelle unter Ihrer Dienerſchaft anweiſen?

Natürlich nicht; ſie ſoll mich als eine Art unter⸗ thäniger Freundin was man in den ZeitungenGe⸗