Teil eines Werkes 
Bändchen 4-7 (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

ſo harte Probe ſetzt; es genüge Ihnen, wenn ich ſage, daß ich durch Prichard's Vermittelung Herrn Dalton überreden wollte, es ſei mir durch das Teſtament anheim geſtellt, ob ich ihm nicht eine kleine, lebenslängliche Rente reichen wolle. Er hat dieſelbe aber ein für alle Mal ausgeſchlagen, obgleich er, wie man mir berichtet, in großer Armuth lebt. 4

Arm müſſen ſie in der That ſein. Das Haus iſt armſelig moͤblirt, und die Mädchen tragen Kleider, wie ich zuvor noch nie geſehen; nicht als ob letztere die ab⸗ getragenen Ueberbleibſel beſſerer Tage wären, ſondern es ſind dieſelben wirklich die groben Zeuge, wie ſolche die Bauern tragen.

So habe ich gehört.

Sie haben nicht einmal einen Beſatz von wohlfeilen Spitzen an ihren Krägen; nicht eine Bandſchleife; keine Schmuckſache an ſich, wie beſcheiden dieſelbe immer ſein mag.

3. und Beide ſind ſchön, wie man mir ſagt?

Die jüngere iſt in der That von bezaubernder Schoͤnheit! die ſchoͤnſten, tiefblauen Augen von der Welt, nebſt langen, zierlichen Wimpern und dem vollkom⸗ menſten Munde, den Sie ſich denken koͤnnen. Auch die ältere iſt recht huͤbſch, ſieht aber traurig aus, denn ſie iſt mit einer fürchterlichen Lähme behaftet, das arme Ding. Sie ſagen, es komme von einem Sturze vom Pferde her⸗ ab her, allein ich vermuthe, daß ſie dieſelbe mit auf die

Welt gebracht: eines jener furchtbaren Dinge, das man

Rückgratskrümmung nennt. Wie alle Perſonen in ihren Umſtänden iſt ſie ungemein geſchickt, und ſchneidet die prächtigſten, kleinen Gruppen aus Buchsbaumholz, und macht Modelle aus Thon und Gips. Sie iſt ein liebes, ſanftes, holdes Ding, aber, wie ich vermuthe, mit aller Infirmität des Temperaments behaftet, die von langer Krankheit herrührt; ſie iſt wenigſtens ſelten munter, wie ihre Schweſter. Kate, das füngere Maͤdchen, iſt mein