„„Wir ſind zu arm, um uns mit einer Schuld zu beladen.““
„Da ich ſah, daß es vergebens ſei, bei dieſem Theile des Gegenſtandes länger zu verweilen, machte ich ſie auf das zunehmende Alter ihres Vaters, ſeine abnehmende Ge⸗ ſundheit, und die Nothwendigkeit aufmerkſam, ihm mehr Bequemlichkeiten zu verſchaffen, allein mit einem Male brachte ſie mich mit den Worten zum Schweigen:
„„Sie können dieſe meine Zurückweiſung einer Gunſt — denn eine ſolche iſt es, und Nichts weiter— zu einer peinlicheren Pflicht machen, als ich glaubte; allein Sie vermoͤgen meinen Entſchluß nicht zu ändern, mein Herr. Die Armuth hat nichts Gemeines, nichts Herabwürdigen⸗ des an ſich, ſo lange ſie eine ehrenvolle iſt; aber Ab⸗ hängigkeit kann nie glücklich machen. Wohl ſagen Sie mir, mein lieber Vater koͤnne ſich dadurch ſeine kleinen Bequemlichkeiten und Genüſſe verſchaffen, an die er einſt gewoͤhnt geweſen; aber mit welch verändertem Herzen würden nicht ſeine Kinder ſie entbieten? Wo bliebe jenes hohe, anſprechende Pflichtgefühl, das jede Selbſtaufopfe⸗ rung jetzt begleitet? Wo bliebe jener reiche Lohn eines billigenden Geiſtes, welcher die Mühe erleichtert, und ſo⸗ gar die Müdigkeit erwünſcht und wonnevoll macht? Un⸗ ſere Armuth hat uns feſter mit einander verbunden; die Stürme der Welt haben uns Ein Herz, Eine Hoffnung und Eine Liebe gegeben, indem ſie Jedes von uns dem Andern näher brachte. So laſſen Sie uns denn fortkäm⸗ pfen, und werfen Sie nicht das düſtere Gefühl der Ab⸗ hängigkeit über Tage, die alle Uebel der Armuth nicht zu trüben vermochten. Wir ſind jetzt glücklich; wer kann aber ſagen, was in der Zukunft aus uns werden würde?““
„Ich ſuchte ihre Gedanken auf ihren Bruder zu leiten; aber ſie ließ mich mit einem Male nicht weiter reden und ſagte:*
„„Frank iſt nun Soldat; der Lohn läßt in ſeiner


