Teil eines Werkes 
Bändchen 1-3 (1850)
Entstehung
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Stand ſetzte, ſein Leben an den wohlfeilen Orten des Con⸗ tinents dahinzuſchleppen; und ſo war er, ſeit faſt 20 Jah⸗ ren, von Dieppe nach Oſtende, nach Brügge, nach Düſſel⸗ dorf, Koblenz u. ſ. w., ſo wie nach den kleinen deutſchen Reſidenzſtädten gewandert, bis er, bei ſtets mangelndem Gelde, ſeinen Wohnſitz für den Winter in Baden aufſchlug, wo wenigſtens die Hausmiethe für ihn faſt ganz wegfiel.

Die nämliche Apathie, die ſeinen Ruin verurſachte, ſetzte ihn auch in den Stand, denſelben geduldig zu er⸗ tragen. Nichts hat eine ſo täuſchende Aehnlichkeit mit der Weisheit, wie der abſolute Kleinmuth; mit allem Anſchein wahrer Philoſophie nimmt er eine Haltung an, als ſei er über die Prüfungen der Welt erhaben; er ver⸗ folgt ſeinen Weg in aller Ruhe, unbeirrt und unabgeſchreckt durch die Ungluͤcksfälle, welche Andere darnieder drücken, und erträgt ſogar das härteſte Mißgeſchick mit dem ſanf⸗ ten Lächeln des Gleichmuths.

Auf dieſe Weiſe hatte Dalton Manche getäuſcht, die ihn in beſſeren Tagen gekannt, und die ihn nun ſogar in ſeinem Unglücke daſſelbe ſorgloſe, gutmüthige Weſen zur Schau tragen ſahen, wie zu jener Zeit, wo er mit ſeinen eigenen Hunden jagte, oder an ſeinem Tiſche die mit Bordeaux gefüllte Weinflaſche herumgehen ließ. Selbſt ſeine eigenen Kinder ließen ſich dadurch täuſchen, und hörten ihm mit ſtaunender Bewunderung zu, wenn er von der Lebensweiſe, die er einſt geführt, und von der glänzenden Haushaltung zu Mount Dalton erzählte. Das waren für ihn die Gegenſtände, wovon er am Liebſten ſprach; und als er älter wurde, ſchien er eine Art Troſt darin zu finden, alle Unbilden ſeines jetzigen Schickſales mit ſeinem früheren Glanze und Reichthum in möglichſt ſcharfen Kontraſten zu vergleichen.

Auf Helene Dalton, die ihre Mutter gekannt hatte, und ſich derſelben noch erinnern konnte, brachten dieſe 3 CErzählungen einen Eindruck tiefen Schmerzes hervor, da

5 Die Daltons I. 3