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Drittes Kapitel. „Der Waldweg.“
Dieſes trockene Schreiben las Dalton aber und aber⸗ mal, und ſuchte, wenn nicht eine Spur von Wohlwollen oder von Intereſſe, ſo doch wenigſtens einen Schlüſſel zu entdecken, der ihm die Natur des Schreibenden enthüllte; aber es war vergebens: der wunderliche Formalismus deſſelben bot aller Spekulation Trotz, und er gab alle weiteren Verſuche in der Verzweiflung auf. Daß der „Graf“ ſeines Vaters einziger Bruder und ein„Dalton“ war,— das waren alle Troſtgründe, die er bei ſeinem Nachdenken finden konnte; allein er hatte lange genug in der Welt gelebt, um zu wiſſen, wie wenig bindend die Bande der Verwandtſchaft find, wenn ſie einmal durch die Jahre und die Entfernung gelockert worden. Der Graf konnte ſie daher als Eindringlinge betrachten und bei der Wiedergeltendmachung einer Verwandtſchaft, die länger als ein halbes Jahrhundert geruht hatte, das ge⸗ rade Gegentheil von Vergnügen empfinden. Dalton's Stolz— oder was er als ſeinen Stolz betrachtete— em⸗ poͤrte ſich bei dieſem Gedanken; denn obgleich eben dieſer Stolz ihn nicht verhindert haben würde, ſich von dem Grafen eine Gunſt zu erbitten, ſo würde er doch, wenn eine abſchlägige Antwort gekommen, oder wenn die Bitte auch nur ungern gewährt worden wäre, ſich für 8 verletzt erachtet und ſich hoͤchſt unwillig gebärdet
aben.
Als ſich ſeinem Geiſte zuerſt der Gedanke darbot, ſich für Frank an ſeinen Oheim zu wenden, nahm er ganz und gar keinen Anſtand, eine Bitte an einen Mann zu


