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„Und der arme Frank, der ſchon ſeit mehreren Stunden hätte im Bette liegen ſollen,“ ſeufzte Nelly.
„Endlich iſt er fort, Mädchen,“ rief Frank, indem er lachend hereintrat.„Hätte ihn nicht ein Windſtoß an der Thüre erfaßt, und ohne Weiteres entführt, ſo würde unſer Abſchiednehmen bis an den hellen Morgen gedauert haben. Der arme Mann! Er hatte mir ſo viele Vorſichtsmaßregeln anzugeben, hatte ſolche Berge guten Raths für mich; und ſeht her, da iſt eine geweihte Me⸗ daille, die ich von ihm annehmen mußte. Er ſagte mir, „die Schweden würden mir Nichts anhaben können, ſo lange ich dieſelbe trüge. Er glaubt immer noch, daß wir in den Zeiten des dreißigjährigen Krieges leben.“
Mit einem herzlichen Lachen über Hans Nöͤckle's politiſche Wiſſenſchaft wünſchte man ſich liebevoll gute Nacht, und trennte ſich. Frank ſollte ſein Frühſtück mit Tagesanbruch bekommen, und jede Schweſter ſtellte ſich, als wolle ſie die Zubereitung deſſelben der andern über⸗ laſſen, während doch jede ingeheim beſchloß, zuerſt auf und thätig zu ſein.
Mit Ausnahme des alten Andy war dieſe Nacht Niemand aufgelegt zum Schlafen. Alle waren zu ſehr erfüllt von ihren eigenen Sorgen. Selbſt Dalton, ſo abgeſtumpft auch ſeine Gefühle in Folge eines langen Le⸗ bens voller Leiden waren, ward ängſtlich erregt; und eine peinliche Frage ſtieg immer und immer wieder vor ihm auf, ohne daß ſich ihm eine Antwort darbot.„Was wird aus den Mädchen werden, wenn es mit mir aus iſt? Ohne eine Heimath werden ſie bald ohne einen Beſchützer ſein!“ Die glänzenden Phantaſien, die hoffnungsvollen Viſionen, in denen der Abend hingebracht worden war, ließen dieſe düſteren Gedanken nur noch düſterer erſcheinen. Er lag da mit gegen das Geſicht gepreßten Händen, während heiße Thränen ſeinen Augen entſtrömten, denen das Weinen bis daher etwas Unbekanntes geweſen war.
Er hatte Augenblicke, wo er halb und halb den


