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vorbei geht.“ Hier warf er einen Blick von ſo unbe⸗ ſchreiblicher Zärtlichkeit auf Käthchen, daß Alle unwill⸗ kürlich in ein lautes Gelächter ausbrachen.
„Sie hätten mich wohl gern bei der Conſeription ausgehoben,“ ſagte Hans ſtolz,„aber ich war der einzige Sohn einer Wittfrau und deßhalb durften ſie nicht.“¹
„Und thut es Ihnen nie leid, wenn Sie daran denken, welch' ruhmvolle Gelegenheiten, ſich auszuzeichnen, ſo für Sie verloren gegangen?“ ſagte Kate, die, trotz aller bit⸗ tenden Blicke Helenens, dem Verſuche nicht widerſtehen konnte, ſich auf Koſten der Eitelkeit des Zwergs zu be⸗ luſtigen.
„Ich habe mich von dieſem Gedanken nie beherrſchen laſſen,“ rief Hans mit der vertrauensvollſten Einfalt. „Zwar hätte ich wohl zu Rang und Ehren kommen kön⸗ nen; aber wie hätten ſie für mich gepaßt, oder ich für ſie? Oder wie hätte ich es vermocht, diejenigen, ſo mir am Theuerſten, an einem Glücke Theil nehmen zu laſſen, das für uns Alle ſo wenig gepaßt hätte? Denken Sie doch an die alte Mutter des armen Hans, wenn ihr Sohn in einem von Sternen und Kreuzen glitzernden Rocke ſie um ihren Segen bäte; und dann denken Sie an ſie, wie ich ſie geſehen habe, wenn ich ſie, wie es all⸗ jährlich geſchieht, im Bregenzer Wald beſuche, wenn ſie mir mit unſerem ganzen Dorfe, ſtolz auf ihren Sohn und doch nicht ſich ſchämend, entgegenkommt. Das iſt des Ruhmes— das iſt der Auszeichnung genug für Hans Roͤckle.“
Der Ernſt, der in ſeiner Stimme lag, und die ehr⸗ liche Mannhaftigkeit ſeiner Geſinnungen waren mehr denn genug, um den verzeihlichen Irrthum einer Eitelkeit ver⸗ geſſen zu laſſen, die pure Einfalt war. Zwar ſah Hans die Welt nur durch das Medium ſeines eigenen Berufs hindurch, und dieſer war kein ſehr hoher; aber doch ging durch alle ſeine Anſichten, ſo enge dieſelben auch ſein moch⸗


