Koͤchin mit wildem Blicke.„Von hier bis nach Cork
4⁸
vergeudet. Da gab es Gauner mit alten Kamaſchen und Einem Sporn daran, die ihm ſeinen letzten Schilling aufzehrten.“
„Nun, nun! da hört einmal!“ ſagte Kerry mit der gravitätiſchen Meene eines Menſchen, der uber irgend eine ſeltſame Unregelmäßigkeit im geſellſchaftlichen Leben nachdenft;„und ſo ging alles fort?“
„War es nicht natürlich genug?“ fragte Mrs. Bra⸗ nagan mit flammenden Augen,„wenn er eine Brut von Spitzbuben fütterte, die an nichts Anderes dachte, als die Welt zu betrügen. Noch heute bekomme ich Sodbrennen, wenn ich ein Paar Stulpſtiefel ſehe.“
„Mir thaut immer das Herz auf,“ verſetzte Kerry mit tiefer Beſcheidenheit.
Ein verachtlicher Seitenblick war Mrs. Branagans Antwort und Kerry fuhr fort—
„So wechſelts in der Welt— geſtern reich— heute arm! Ich weiß ja ſelbſt, was Armuth iſt. Ja, das waren noch ſchöne Zeiten, da ich auf einem Thiere, das ſeine achtzig Guineen in Gold werth war, ausritt, mit Kleidern am Leibe, um die mich ein Lord beneiden könnte; und jetzt, ſeht mich an!“
Mrs. Branagan, der dieſe redneriſche Ausdrucks⸗ weiſe eine direkte Aufforderung zu ſeyn ſchien, blickte ihn an; die Inſpektion ſchien ihr aber kein Vergnügen zu machen, denn ſie kehrte ſich plötzlich wieder um und rauchte ihre Pfeife mit einer Miene tiefer Verachtung.
„Wahrlich, Ihr könnt recht haben,“ fuhr Kerry fort, indem er ihren Blick in Worte verwandelte.„Heut⸗ zutage bin ich ein armſeliges Geſchöpf. Der Rock an meinem Leibe iſt durchſichtig wie ein Spinnengewebe, und in me ne Hoſen iſt, mit Eurer Erlaubniß, ſo ſchwer hineinzukommen, wie in ein Fiſchernetz; und wenn ich Pferde dreſſtren müßte, ſo konnte ich nicht kürzer ge⸗ halten werden.“
„Was ſagt Ihr da von Eurer Koſt?“ fragte die


