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Volkes Spitze ſtehen und ſein Loos theilen?“ rief Kate
heftig aus; denn die Warnung war weit entfernt, den
beabſichtigten Eindruck zu machen, ſondern ſtachelte nur
ihren Feuereifer von neuem an und erregte ihre Neu⸗
ierde. 1 8„Der Adel,“ erwiederte Sir Archy in feſtem, ent⸗ ſchiedenem Tone,„will lieber unter einer Regierung leben, die er haßt, als von der Gnade eines Geſindels abhängen, das er verachtet. Ich habe länger als Sie in dieſer unſeligen Welt gelebt, Mädchen, und glauben Sie mir, die Poeſie des Patriotismus hat wenig gemein mit der rachſüchtigen Wuth der Rebellion. Sie wün⸗ ſchen Freiheit für diejenigen, die nicht einmal das Bischen, das ſie davon beſitzen, genießen können. Was wir hier brauchen, das iſt Zeit, um die traurigen Er⸗ innerungen an die Vergangenheit zu vergeſſen— Zeit, um die Schärfe früherer lang entſchwundener Leiden abzuſtumpfen— Zeit, um gewiſſe Ueberlieferungen ſo in den Hintergrund zu drängen, daß ſie auf die Gegen⸗ wart nicht anzuwenden ſind— Zeit, um ſich die Lehre einzuprägen, daß die Hälfte der Energie, die ein Volk in Empörung verſchwenden kann, hinreicht, um es auf die Stufe civiliſirter und gebildeter Weſen zu erheben.“
„Zeit, damit die Irländer vergeſſen, daß einſt das Land ihrer Geburt etwas anderes war, als eine eng⸗ liſche Provinz,“ fügte Kate mit Heftigkeit hinzu.„Nein, nein, nicht in dieſer Art haben Ihre eigenen tapferen Landsleute ihre Pflichten verſtanden.“
„Sie ſammelten ſich um die Fahne eines Prinzen, den ſie liebten,“ ſagte M'Nab in einem Tone, deſſen Feuer gegen ſeine frühere Ruhe grell abſtach.
„Wollen Sie damit ſagen, daß das Prinzip der Freiheit nicht heiliger iſt, als die Perſon eines Souve⸗ rans?“ fragte Kate in höhniſchem Tone.
„In Betreff des letztern kann man nicht fehlgreifen, aber die Begriffe von Freiheit können ſehr unſicher ſeyn,“ erwiederte er trocken,„indeſſen wir dürfen nicht


