Teil eines Werkes 
1. bis 5. Stück (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

301

die bedeutende Summe zur Tilgung einiger ſeiner drü⸗ ckendſten Schulden zu verwenden und dafür zu ſorgen, daß die Familie, wenn auch ſparſam, doch gemächlich leben könne. Zu dieſem Zwecke wollte er diejenigen Gläubiger, deren üͤbermäßige Zinſen den ganzen Reſt ſeines Einkommens verſchlangen, bezahlen, und ſich mit den Andern zur allmäligen Abtragung ſeiner Schulden vergleichen. Je mehr er über dieſe guten Abſichten

nachdachte, deſto weniger Vergnügen machten ſie ihm.

Seit vielen Jahren hatte er ſich daran gewöhnt, einen Gläubiger als einen unverſöhnlichen Feind zu betrachten. Der bloße Gedanke, einen ſolchen zu befriedigen ſchmeckte nach einer Niederlage. Er hatte dem Geſetz ſo lange Trotz geboten, daß es ihm jetzt Feigheit ſchien, ſich zu ergeben; außerdem bot ihm auch die Verwicklung ſeiner Angelegenheiten eine Entſchulbigung dar, nach der er begierig die Hand ausſtreckte. Wie konnte er Caſſidy vollſtändig bezahlen, und dagegen Hickſon nur einen Theil geben? Würde nicht ſchon allein das Gerücht, daß er ſeine Schulden bezahle, eine ganze Flut von Forderungen aufregen, die beinahe ſchon eingeſchlafen waren? Er hatte oft gehört, ſein Großvater habe ſein Vermögen durch Bezahlung kleiner Schulden verzettelt, es ließ ſich alſo nicht erwarten, daß er die Ueberliefe⸗ rungen ſeines eigenen Hauſes verwerfen würde auch that er es wirklich nicht.

Es war eine kluge, wenn auch nicht ehrliche Be⸗ rechnung von ihm, daß die Erneuerung einer koſtbaren Lebensweiſe mehr dazu beitragen würde, die Plagen der Mahner zu beſchwichtigen, als das forgfältigſte Liquidi⸗ rungsſyſtem. Gaſtereien und Equipagen, dachte er, ein Stall voll Pferde und ein Haus voll Gäſte ſeien ein vollgültiger Schein, und wenn auch mancher demſelben nicht recht trauen möge, ſo ſey man doch ſelten kühn genug, ihn offen zu beſtreiten.

Wenn dieſer Plan geringere Vorzüge hatte, ſo ſagte er ihm wenigſtens beſſer zu; und er eröffnete den Feldzug