Teil eines Werkes 
1. bis 5. Stück (1846)
Entstehung
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weiſe bald ausgeſöhnt und ſich damit getröſtet, daß beide Parteien dazu mitgewirkt. Jetzt dagegen ſah er, daß Anhänglichkeit ihre einzige Triebfeder war; daß ſie kei⸗ nen andern Gründen horchen wollte, als den Eingebun⸗ gen ihres eigenen warmen Herzens; ſie wollte nicht einmal zugeben, daß er ſich vor den Vorwürfen ſeines eigenen Gewiſſens zu rechtfertigen habe; und obgleich von ihr freigeſprochen, fühlte er die Schuld doch noch auf ſich.

Es war eine Zeit, wo er ſich zu einem ſolchen Ver⸗ fahren nicht würde erniedrigt haben; aber damals war er reich reich an den Gütern der Welt und an der Ehre, die dem Ueberfluß zur Seite ſteht; denn ach! ſo demüthigend auch das Geſtändniß ſcheinen mag, die edeln Züge, die im Glück ſo oft bewundert werden⸗ ſind nur die Eingebungen eines Geiſtes, der in Genüſſen ſchwelgt man iſt freigebig und großmüthig, weil dieſe Eigen⸗ ſchaften eine Wolluſt ſind; man theilt gerne mit, weil das Mittheilen zu Dankbarkeit verpflichtet; und Dank⸗ barkeit iſt der Weihrauch, den die Schwäche der Macht den die Armuth dem Reichthum darbringt. Wie oft wird Herzenswärme genährt durch glückliche Umſtände, als Beweis für edle Grundſätze angeſehen! Wie oft wer⸗ den Neigungen, an denen man ſein Vergnügen hat, mit wohlüberlegten Vorſätzen verwechſelt? Dieſer Mann war weniger verändert, als er ſelbſt wußte ſeine Umſtände hatten ſich verwandelt, er ſelbſt hingegen nicht viel; die gleiche Selbſtſucht, die ihn einſt freigebig gemacht hatte, machte ihn jetzt gemein; aber ob er nun Wohlthaten ertheilte oder annahm, der Geiſt war immer der gleiche.

Wie erfinderiſch iſt nicht überdieß dieſer Geiſt, wenn es ſich darum handelt, Gründe zur Befriedigung ſeiner Wünſche aufzutreiben? Wie natürlich, wie leicht ſchien es ihm nicht zu borgen und zurückzuzahlen! Die Worte allein beſchwichtigten ſeine Scrupel hierüber; aber wenn er wirklich ſo zufrieden mit ſich ſelbſt war, warum fürchtete er, es möchte Jemand hinter die Ge⸗