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Pfund, wenn Du ein Mittel weißt, dieſe Schwierigkeit zu überwinden.“
„Vielleicht möchten Sie nachher nicht Ja ſagen.“
„Nein, ich gebe Dir mein Wort darauf.“
„Und ich auch,“ erklärte Lord Callonby,„wofern keine unehrliche Kriegsliſt gegen meine Tochter ge⸗ braucht wird. So bald ſie frei und ſelbſtſtändig ihre Einwilligung gibt, bin ich's zufrieden.“
—„Dann müſſen Sie höher bieten, Onkel; zehntau⸗
ſend reichen nicht aus; der Handel iſt wohl einiges
Geld werth.“
20„Nenn' Deinen Preis, Junge, nur halte Dein ort.“
„Gut denn, ich verpflichte mich alſo gegen meinen Oheim, vorausgeſetzt, daß er ſich gleichfalls durch ſein Verſprechen gebunden glaubt, daß ſein Neffe der Ge⸗ mahl der Lady Jane Callonby werden ſoll, und nun Mylord, leſen Sie Harry ſtatt Guy in dem Vertrag, ich bin überzeugt, mein Oheim ſtellt ſein verpfändetes Wort zu hoch und hält zu feſt an ſeinem Verſprechen, als daß er nicht ſeine Zuſtimmung geben ſollte.“
Die Plötzlichkeit dieſer raſchen Erklärung machte beide gänzlich betäubt, bald aber erholten ſie ſich beide zugleich, und ihre Augen begegneten ſich..
„Da find Sie ſchön gefangen, Guy,“ ſagte Lord Callonby,„ein kühner Streich, wenn er nur gelingt.“
„Bei Gott, es gilt,“ verſetzte mein Oheim,„El⸗ ton iſt Dein, Harry, mit ſiebentauſend jährlich, und da Du ja auch mein Neffe biſt, ſo wird Callonby nichts einzuwenden haben.“
Es gibt Augenblicke im Leben, wo ein kühner Hand⸗ ſtreich viel kräftiger, viel überzeugender wirkt, als der langſame Prozeß der Ueberlegung zu thun vermöchte. Zu meinem Glück war dieß einer dieſer gottgeſegneten Zwiſchenpunkte. Lord Callonby, der den Enthuſiasmus meines Oheims nicht erkalten laſſen wollte, nahm mich bei der Hand und ſagte:


