Teil eines Werkes 
5. bis 8. Theil (1845)
Entstehung
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Wenn ſie einwilligt, Lorrequer, ſo können Sie auf mich rechnen, und aufrichtig geſtanden, ich habe Sie immer lieber gehabt, als den andern.

Was mein Oheim hinzu fügte, das wollie ich nicht mehr abwarten; ſondern mit einem Satz ſprang ich hinaus rannte die Treppe hinauf in Lady Callonby's Geſellſchaftssimmer blickte raſch um mich, ob ſie da ſei, und wollte, ohne den Fragen von Lady Cal⸗ lonby und ihrer jüngſten Tochter die mindeſte Aufmerk⸗ ſamkeit zu ſchenken; eben wieder hinausgehen, als mein Auge im Garten unten einen Cachemirſhawl flattern ſah. Im Nu war das Fenſter aufgeriſſen ich ſtand auf den Sims, ſprang volle zwanzig Fuß hoch hinab, und bevor ſich die Ladies von ihrer erſten Ueberraſchung über mein unerklärliches Benehmen erholt hatten, ſetzte ich ſie in noch weit größeres Erſtaunen dadurch, daß ich meine Arme um Lady Jane ſchlang und ſie an mein Herz drückte.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, auf welche Art ich ihr den plötzlichen Glückswechſel erklärte. Ich ent⸗ ſinne mich nur noch ganz unklar wiederholter Schwüre ewiger Liebe, untermiſcht mit Lobpreiſungen auf mei⸗ nen würdigen Oheim, und die Zuſtände meiner Herzens⸗ neigungen und meiner Finanzen lösten ſich verworren in einander auf, doch immerhin verſtändlich genug, um meine geliebte Jane zu überzeugen, daß ich dießmal wenigſtens nicht blos auf eigene Fauſt, ſondern noch mit einem tüchtigen Hinterhalt zu freien komme. Ehe wir halb im Garten herum gekommen waren, hatte ſie verſprochen, die Meinige zu werden, und Harry Lor⸗ requer, der ſich dieſen Morgen in der düſterſten Ver⸗ zweiflung erhoben hatte, war jetzt der glücklichſte aller Menſchen.

Ich habe wenig mehr zu bekennen, lieber Leſer; Lord Callonby's Politik wurde glücklicherweiſe höher angeſchlagen, als mädchenhafte Bedenklichkeiten, und