384 eingehen laſſen mit einem Menſchen, der lediglich nichts aufzuweiſen hat, als ſeine Liebe?
Auf dieſe Frage war nur eine Antwort möglich, und ich hatte endlich den Muth ſie mir zu geben: und doch hatten Callonby's mich zum Gegenſtand ihrer ausgezeichnetſten Aufmerkſamkeiten gemacht, und doch waren ſie zu weit aus ihrem gewöhnlichen Geleiſe ge⸗ treten, um mir Unrecht geben zu können, wenn am Ende alles zu nichts führen ſollte. Wenn es mir nur möglich wäre, den Gedanken zu faſſen, daß dies ein ſyſtematiſches Spiel ſei, wozu ſie ſich herabgelaſſen ha⸗ ben, um hernach die Verbindung mit meinem Vetter einzuleiten!— Wenn ich nur meine Zweifel in dieſer Beziehung zu löſen vermöchte!— Welche Rachedro⸗
hungen ich für dieſen Fall murmelte, deſſen kann ich
mich nicht mehr entſinnen, denn ich wurde eben im
kritiſchen Augenblick aufgefordert die Geſellſchaft zum
Palaſt zu begleiten.
Mein aufgeregter Zuſtand war eine ſchlechte Vor⸗ bereitung für die ſtrenge Etikette einer königlichen Ta⸗ fel. Inzwiſchen ging alles gluͤcklich vorüber, und der Monarch ſelbſt beruhigte mich durch eine höchſt gutmü⸗ thige Anſpielung auf die Irrung der letzten Nacht voll⸗ kommen über dieſen Punkt.
Ich wurde neben Lady Jane geſetzt, und halb aus verletztem Stolz, halb weil die Ueberzeugung, daß Al⸗
les verloren ſei, ſich mir mit jedem Augenblick mächti⸗
ger aufdrang, ſchwatzte ich luſtig dahin, ohne ein ſtär⸗ keres Gefühl an den Tag zu legen, als die Nähe einer hübſchen Perſon immer einflößen muß. Welchen Erfolg dieſes Spiel hatte, weiß ich nicht, aber die Qual, die es mich koſtete, werde ich nie vergeſſen. Doch hatte ich einige Genugthuung— ſie war augenſcheinlich be⸗
leidigt und wandte ſich mehrmals an die Perſon auf
ihrer andern Seite, nur um den gleichgültigen Ton nicht hören zu müſſen, womit ich Dinge beſprach, die mir in dieſem Augenblick wirklich das Herz zuſammen⸗
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