— 369 Glück zu machen u. ſ. w., begann aber dann mit er⸗ neuten Kräften meinen Angriff wieder, indem ich mich höchſt angelegentlich nach Lady Callonby's Geſundheit erkundigte.
„Sie befindet ſich ziemlich gut, Jane allein iſt et⸗ was unpäßlich, aber ich hoffe, Italien wird ſie wieder herſtellen.“ Juſt in dieſem Augenblicke bekam Kilkee mich zu ſehen, huſchte ſchnell von ſeiner Tänzerin weg, ſchüttelte mir beide Hände und ſagte:
„Ich freue mich ſehr, Sie hier zu ſehen, Lorre⸗ quer, aber da ich mich jetzt nicht aufhalten kann, ſo verſprechen Sie, heute Abend im Kreuz mit mir zu ſoupiren.“
Ich nahm natürlich die Einladung an, und er walzte im nächſten Augenblicke weiter mit einer der lieblichſten deutſchen Damen, die ich je geſehen habe. Lord Callonby ſah, welchen Eindruck ſte auf mich machte, und bemerkte, gleich als antwortete er auf den Inhalt meiner Blicke:
3„Ja, ſie iſt wirklich ſehr hübſch, aber Kilkee geht wahrhaftig zu weit. Ich verlaſſe mich ſehr auf Sie, daß Sie ihn von ſeiner Narrheit abbringen, denn wir ſind Alle darüber einig, daß Sie einen bedeutenden Einfluß auf ihn haben und daß er Sie wahrſcheinlich
am geduldigſten anhören wird.“
Hier wurde mir alſo eine neue Rolle zugetheilt: ich wurde zum vertrauten Freund und Rathgeber der Familie erhoben und in ein äußerſt zartes, wichtiges Geheimniß eingeweiht, das mich nothwendig in den innigſten Verkehr mit ihnen allen bringen mußte; denn das wir des Lords deutete auf eine Familienberathung, bei welcher ich zum Vermittler auserſehen war. Ich
verſprach ſogleich meinen Beiſtand, bemerkte aber da⸗
bei, wenn Kilkee ernſtlich verliebt ſei und auch Urſache habe, an Gegenliebe Seitens der Lady zu glauben, ſo werde es wohl nicht angehen; ſobald die Sache über eine gewöhnliche Liebeständelei hinaus ſei, ſo müſſe


