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fammt und ſonders mit großer Begierde darauf erpicht
waren, Se. Majeſtät zu ſehen zu bekommen und von ihr geſehen zu werden, ſo fand doch ganz und gar kein Gedränge gegen die Eſtrade hin ſtatt, wo der König ſtand, Niemand zeigte eine plumpe Neugierde, ſondern die Gruppen ſammelten und zerſtreuten ſich nach wie vor. Der einzige Unterſchied war, daß man am ge⸗ polſterten Sammtſtuhl, der vorher beobachtende Blicke
auf ſich gezogen hatte, mit einer tiefen, ehrfurchtsvollen Verbeugung vorüberging.„Wie anſtändig,“ dachte ich,
gund welche Aufmunterung für einen Monarchen unter ſein Volk zu kommen, das ihn mit ſo wahrer Höflich⸗ keit zu empfangen verſteht.“ Während dieſe Gedanken mir durch den Kopf gingen und ich mich an einen Pfeiler unter der Gallerie des Orcheſters lehnte, lorg⸗
nettirte mich ein Herr, der, nach ſeiner mit Gold und
Stickereien beſetzten Uniſorm zu ſchließen, dem Hof an⸗
gehörte, von der Seite und ging dann raſch vorüber.
Es bildete ſich eben eine Quadrille in meiner Nähe
und ich ſah mit einigem Intereſſe dem Treiben zu, als
dieſelbe Figur, die ich vorhin bemerkt hatte, auf mich
zutrat, indem ſie ſich mit jedem Schritt tief verbeugte
und mit jedem Bückling eine wahre Puderwolke vom Kopfe ſchüttelter.
„Darfnich mir die Freiheit nehmen, mich Ihnen vorzuſtellen?“ ſagte er.—„Graf Benningſen.“ Hier verbeugte er ſich wieder, und ich dankte mit noch tie⸗
ferem Bückling.„Bedauerte ſehr, daß ich nicht ſo glück⸗ lich war, dieſen Abend Ihre Bekanntſchaft zu machen, als ich bei Ihnen vorfuhr.“.
G ſelbſt.
„Hab' nichts davon gehört,“ ſprach ich bei mir
Ew⸗ Exzellenz find dieſen Abend angekom⸗ men?“ 3
—„Ja,“ ſagte ich,„erſt vor einigen Stunden.“
2„Welche Titelnarren doch dieſe Deutſchen ſind,“ dachte ich.„Ich wußte, daß in Wien Jedermann Se.


