ging ich in den Hof hinaus, um nach einem Lohnbe⸗ dienten zu ſehen, der mir den Weg zeigen ſollte. Rings herum auf allen Seiten ſtanden die verſchiedenen Wägen und Fuhrwerke des Hotels und ſeiner Bewoh⸗ ner, vollkommen ebenſo charakteriſtiſch und eigenthüm⸗ lich wie ihre Beſitzer.„Ach, der da gehört Kilkee,“ ſagte ich, als mein Auge auf den wohlgewiegten, ele⸗ ganten, kleinen Wagen fiel, den er mit vollkommen⸗ ſtem Recht ſo eben geprieſen hatte. Er iſt in der That herrlich gebaut, und doch wollte ich eine Hand voll Louisd'or darum geben, wenn er jenem ehrwürdigen Cabriolet dort gliche mit Einem Rad und ohne Deich⸗ ſel; aber ach, dieſe Federn geben nur wenig Hoffnung zu zerbrechen, und die verdammte Achſe wird den Künſt⸗ ler, der ſie verfertigt hat, um ein Gutes überleben. Wie, ſollte man denn wirklich nichts ausrichten können? — Ha, da kommt mir ein Gedanke.„Sag' einmal, Burſche, wer ſchmiert die Räder an dem Wagen hier?
„C'est moi, Monsieur,“ antwortete ein großer Lümmel in Holzſchuhen und einer Blöuſe.
„Verſtehſt Du Dich denn auch auf dieſe da?“ fragte
ich weiter, indem ich mit meinem Stock die Radbüchſe berüyrte.. 1 Er ſchüttelte den Kopf.
„Nun, wer beſorgt es denn ſonſt?“
„O, Michel verſteht dieſe Geſchichten ganz gut.“
„So bring' ihn her,“ ſagte ich.
In wenigen Minuten machte ein kleiner, verſchmitz⸗ ter, alter Burſche in einem Schmiedsſchurzfell ſeine Auf⸗ wartung und ſiellte ſich ſelbſt als Meiſter Michel vor. Ich hatte nicht viel Mühe, ihn in meinen Plan einzu⸗ weihen, welcher darin beſtand, daß er eines der Räder, ſcheinbar in der Abſicht, die Achſe einzuölen, los machen und etwas daran verderben ſolle, ſo daß es vor wenig⸗ ſtens vierundzwanzig Stunden nicht mehr eingeſetzt werden könne.
„Dieß iſt meine Idee,“ ſagte ich; inzwiſchen


