42
ſtimmt bin, in der Familie Callonby einiges Glück zu machen, ſo wird ein Tag oder zwei keine Gefahr brin⸗ gen. Meinen gegenwärtigen Freundinnen werde ich natürlich Lebewohl ſagen in Paris, wo ihre eigenen Bekannten auf ſie warten; und wenn ich auf der an⸗ dern Seite abermals zu bitterer Enttäuſchung verdammt ſein ſollte, ſo werde ich ohnehin keine Luſt mehr ver⸗ ſpüren, mich auf irgend eine neue Verbindung einzu⸗ laſſen. So räſonnirte und ſo glaubte ich; und obſchon ich in Liebesangelegenheiten für meine Freunde eine Art Rathgeber und Wegweiſer war, ſo merkte ich in dieſem Augenblick wirklich nicht, daß man zu keiner Zeit ſo ſehr in Gefahr ſteht, ſich zu verlieben, als unmit⸗ telbar nachdem man gefoppt worden iſt. Wenn der ge⸗ ſunde Menſchenverſtand uns lehrt, mit einem verſtauch⸗ ten Beine keinen Bolero zu tanzen, ſo ſollte er uns ebenſo gut die gleich wichtige Mahnung ertheilen, un⸗ ſer weit lebenskräftigeres und entzündlicheres Organ nicht am Tage, nachdem es verſenkt worden iſt, dem Feuer auszuſetzen.
Betrachtungen wie dieſe drängten ſich mir im ge⸗ genwärtigen Augenblicke nicht auf; ohnehin reiste ich mit einer Vierzigpferdekraft von Annehmlichkeit, die mir nur wenig Zeit zu Gedanken ließ, am allerwenig⸗ ſten, wenn ſie ernſter Natur waren. So ſtanden die Dinge. Ich hatte ſo eben unſere hohen, ſchlanken Glä⸗ ſer mit der ſchäumenden und ſprudelnden Quelle des Witzes und der Begeiſterung gefüllt, als das laute krak, kral, krak einer Poſtillonspeitſche, begleitet von dem erderſchütternden Geſtampfe eines tüchtigen Poſtzuges und dem Gerolle von Rädern eine neue Ankunſt ver⸗ kündete.„Da kommen ſie,“ ſagte ich,„man darf ſie nur anſehen— vier Pferde und ein Poſtillon, alle ſcheinbar loſe und nach eigenem Gutdünken dahinjagend, und dennoch greifen ſie überraſchend richtig in einander ein. Ich will doch ſehen, wie ſie durch dieſen ſchmalen Bogenweg kommen— der beſte Vierſpännerfahrer in


