ſches junges Weibchen mit blauen Augen, braunen,
über der Stirne ſchlicht geflochtenen Haaren und einem
einfach eng anliegenden Hütchen von ſehr kokettem Ausſehen.
„Wollen Sie ſich ſetzen, Mademoiſelle?“ ſagte der höfliche alte Franzoſe, der bisher mehr einem Bären, als einem menſchlichen Weſen geglichen hatte— Ou allez-vous donc? wohin, ma chère?“
„Nach Paris, Sir.“
Deber Calais?“
„Nein, Sir, über Boulogne—
„C'est bon; quel äge avez-vous? Wie alt, ma belle?““
„Neunzehn, Sir, im Juni.“
„Und find Sie allein, ganz allein, he?2⸗
„Nein, Sir, mein kleines Mädchen.“
„Ahl Ihr kleines Mädchen— c'est fort bien— je m'appercois; und Ihr Name?“
„Fanny Linwood, Sir.“
„C'est fini, ma chère Mademoiselle Fanny Linwood,“ fagte der alte Mann, indem er den Na⸗ men niederſchrieb.“
„O, Sir, ich bitte um Verzeihung, aber Sie ha⸗ ben mich als Mademoiſelle hineingeſetzt und— und— Sie ſehen, Sir, ich habe da mein kleines Mädchen bei mir.“
„Ah, c'est égal, Mamselle, in Frankreich nimmt man's darin nicht ſo genau— au plaisir de vous voir. Adieu.“
„ In Frankreich nimmt man's darin nicht ſo genau,“ ſagte ich zu mir ſelbſt, die Phraſe des alten Konſulzs wiederholend, die ich nicht umhin konnte, als ein gan⸗ zes Kapitel über ſeine Nation anzuſehen. 4
Mein Geſchäft war bald abgemacht, denn ich ſprach nichts als engliſch— ſchon die oberflächlicht Weltkenntniß hätte mich gelehrt, daß es, wenn wit irgend ein auch noch ſo unbedeutendes Anliegen haben


