Teil eines Werkes 
1. bis 4. Theil (1845)
Entstehung
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nur allzuviele Gründe hatte. Die Soldaten wurden unter Anführung des Mr. Larkins ſicher in einer Loh⸗ gerberei verſteckt, und ich ſelbſt hatte, nachdem ich ſie für den Augenblick einem derzeit nicht verwendeten Of⸗ fizier übergeben, vollkommene Freiheit, ganz nach Be⸗ lieben über meine Zeit und Perſon zu verfügen.

Während dieſe Anordnungen ſtattfanden, hatte ich Mr. Daly, unter deſſen Leitung und Schutz ich im Gerichtsſaale ſelbſt Platz zu finden gehofft hatte, um die Verhandlungen anzuhören, gänzlich aus dem Ge⸗ ſichte verloren, ſo daß ich jetzt, wie man im gemeinen Leben zu ſagen pflegt, mutterſeelen allein war, denn meines Wirthes zahlreiche Berufsgeſchäfte ließen auch nicht von ferne einen Gedanken an die Möglichkeit auf⸗ kommen, mich unter ſeine Obhut zu ſtellen.

Das erſte Ziel meines Strebens war, das Gerichts⸗ haus zu erreichen, und dies zu finden, konnte nicht ſchwer ſein, denn die zahlloſen Perſonen, die ſich auf der Straße drängten, nahmen alle voll Eifers ihre Rich⸗ tung dahin. Ich folgte alſo dem großen Strome und befand mich bald unter einer ungebeuern Menge von Perſonen beiderlei Geſchlechts mit Frieskitteln und ro⸗ then Mänteln, in einem großen, offenen Viereck, das den Marktplatz bildete, und auf deſſen einer Seite das Gerichtshaus ſich befand denn als ſolches erkannte ich ſogleich ein maſſiv ausſehendes, graues, ſteinernes Gebäude, an welchem die zahlreichen Fenſter, ſämmt⸗ lich geöffnet und mit Leuten angefüllt, fortwährend eine Art Dampf von der dichten, ſchwülen Athmosphäre drin⸗ nen ausdünſteten. In das Haus ſelbſt zu kommen, war rein unmöglich: denn der viereckige Platz war ſo dicht vollgepfropft, daß die Leute, die immer noch auf den verſchiedenen Straßen heranſtrömten, genöthigt waren, in den Eingängen zu demſelben ſtehen zu bleiben und von da zuzuſehen, was in der Entfernung vor ſich ging. Zu dieſem großen Haufen geſellte auch ich mich bald in der Hoffnung, es werde endlich irgend eine günſtige