Teil eines Werkes 
1. bis 4. Theil (1845)
Entstehung
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eine ſolche Nachricht mit weniger Ueberraſchung aufge⸗ nommen, als ich dieſen Brief las. Daß ich aber nach der langen Zwiſchenzeit, die verſtrichen war, und wäh⸗ rend welcher ich mich von dieſer Familie gänzlich ver⸗ geſſen geglaubt hatte, jetzt einen Brief erhalten ſollte und zwar einen ſolchen Brief ganz im Style unſerer frühern vertraulichen Innigkeit, einen Brief, worin ſie mich in ihr Haus einlud und von Neuem ihre Geneigtheit ausſprach, auf dem alten herzlichen Fuße mit mir weiter zu leben das ſchien mir bei⸗ nahe an's Wunderhare zu ſtreifen. Und mit welchem Vergnügen las ich dieſe nichts weniger als überaus zärtliche Erwähnung meines Vetters, welchen ich ſo lange Zeit als meinen glücklichen Nebenbuhler betrach⸗ tet hatte, der aber, wie ich nun zu hoffen anfing, mir nicht vorgezogen worden war! Vielleicht war es immer noch nicht zu ſpät, vielleicht war mir immer noch nicht alle Hoffnung unterſagt, offenbar waren mehrere Briefe an mich geſchrieben worden, aber nicht in meine Hände gelangt; während ich alſo ſie der Vernachläßigung und Vergeßlichkeit anklagte, traf dieſer Vorwurf in Wirk⸗ lichkeit mit weit mehr Recht mich ſelbſt; denn von dem Augenblick an, da ich von meines Vetters Guy Auf⸗ enthalt in ihrem Hauſe und von den Gerüchten über

ſeine Vermählung vernommen, hatte ich meiner abge⸗

ſchmackten Eiferſucht erlaubt, meine Vernunſt zu blen⸗

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den, und hatte nie mehr eine Zeile an ſie geſchrieben. 1

Ich hätte wiſſen ſollen, welch geſchwätziger Prahlhans Guy jederzeit geweſen, daß man ihm niemals irgend⸗ wo auch nur die gewöhnlichſten Aufmerkſamkeiten er⸗ weiſen konnte, ohne daß er ſogleich von Verheirathung, von Nadelgeldern, von Antheilen für jüngere Kinder und all dieſen Unfinn nach Hauſe ſchrieb. Jetzt durch⸗ ſchaute ich Alles deutlich, und zehntauſendmal ſchneller, als meine Hoffnungen vorher erloſchen waren, ent⸗

flammten ſie ſich jetzt von neuem; ja ich konnte nicht

umhin, Lady Jane als einen Spiegel von Standhaf⸗

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