Teil eines Werkes 
1. bis 4. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

47

wachen ſoll, wenn die Mühle ſtille ſteht. Ich glaube genug geſagt zu haben, um des Leſers Mitgefühl und Mitleid für meine Lage rege zu machen— denn eine jammervollere, als dieſe war, läßt ſich nicht wohl den⸗ ken. Man kann ſich wohl vorſtellen, daß ich unter ſol⸗ chen Umſtänden ſehr vorſichtig zu Werke ging und den Lieblingsplan der Whigs, nämlich Gewinnung des Fein⸗ des— in Ausführung zu bringen ſuchte. Aber das fruchtete nichts; ſie war eiſenfeſt gegen alle ſolche Künſte; und was noch ſchlimmer war, es gab keinen Gegen⸗ ſtand, keine Angelegenheit, kein Ding, in der Vergan⸗ genheit, Gegenwart oder Zukunft, worin ſie nicht mit ihrem teufliſchen Scharfſinn einen Grund zu Hader aus⸗ findig gemacht hätte, und dann kam der ſchnelle Ueber⸗ gang zur augenblicklichen Beſtrafung. So brachte meine offenbar harmloſe Nachfrage in Beziehung auf die ge⸗ ſelligen Verhältniſſe der Gegend ſie auf den Gedanken, ich wünſche Bekanntſchaften zu machen— folglich aus⸗ wärts zu ſpeiſen— folglich nicht zu Hauſe zu ſpeiſen — demnach mich der Nothwendigkeit zu entziehen, eine halbe Krone zu bezahlen und ein Hühnchen zu verzeh⸗ ren— folglich ſie zu betrügen und mich, um ihre ei⸗ gene Terminologie zu entlehnen, aufzuführen„wie ein bettelhafter Küchenjunge, der mit ſeinen vier Schillin⸗ gen des Tags den Gentleman ſpielen will“ u. ſ. w.

Durch eine ruhige, Hiobgleiche Ertragung aller Arten von beſchimpfenden Verdächtigungen und unver⸗ dienter Spöttereien gelangte ich endlich bei ihr zu etwas, was an Gunſt erinnern konnte; und bevor der erſte Monat meiner Verbannung verfloſſen war, wurde mir eine Einladung zum Thee in ihrem eigenen Stübchen zu Theil— eine Ehre, deren ſich nie ein Anderer rüh⸗ men konnte, mit Ausnahme des Vaters Malachi Bren⸗ nan, ihres geiſtlichen Rathgebers; und auch dieſer hatte, ſagt man, den Muth, ſich zu einer ſolch' vertraulichen Annäherug zu wagen, ſich zuvor mit verſchiedenen Glä⸗ ſern ertrinken müſſen. Auf dieſe Art vernahm ich von