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Lessing's Emilia Galotti : ein Trauerspiel in fünf Aufzügen
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die mich ſo ernſt, die mich, wie Sie es nennen, mein Fräulein, ſo feierlich macht.(indem er die Mutter er⸗ blickt.) Ha! auch Sie hier, meine gnädige Frau! nun

bald mir mit einem innigern Namen zu verehrende! Claud. Der mein größter Stolz ſein wird!—

Wie glücklich biſt Du, meine Emilia! Warum hat Dein Vater unſere Entzückung nicht theilen wollen?

App. Eben habe ich mich aus ſeinen Armen ge⸗ riſſen: oder vielmehr er, ſich aus meinen.— Welch ein Mann, meine Emilia, Ihr Vater! Das Muſter aller männlichen Tugend! Zu was für Geſinnungen erhebt ſich meine Seele in ſeiner Gegenwart. Nie iſt mein Entſchluß immer gut, immer edel zu ſein, lebendiger, als wenn ich ihn ſehe wenn ich ihn mir

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denke. Und womit ſonſt, als mit der Erfüllung die

ſes Entſchluſſes kann ich mich der Ehre würdig ma⸗ chen, ſein Sohn zu heißen;— der Ihrige zu ſein,

mmeine Emilia.

Emil. Und er wollte mich nicht erwarten.

App. Ich urtheile, weil ihn ſeine Emilia, für dieſen augenblicklichen Beſuch, zu ſehr erſchüttert, zu

ſehr ſich ſeiner ganzen Seele bemächtiget hätte.

Claud. Er glaubte Dich mit Deinem Braut⸗

ſchmucke beſchäftiget zu finden: und hörte App. Was ich mit der zärtlichſten Bewunderung

wieder von ihm gehört habe. So recht, meine Emi⸗ lia: Ich werde eine fromme Frau an Ihnen haben;

und die nicht ſtolz auf ihre Frömmigkeit iſt.

Claud. Aber, meine Kinder, eines thun, und das

andre nicht laſſen!— Nun iſt es hohe Zeit; nun

mach', Emilia.

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