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Lessing's Emilia Galotti : ein Trauerspiel in fünf Aufzügen
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App. Was? meine gnädige Frau.

Claud. Sie wollen ſie doch nicht ſo, Herr Graf, ſo wie ſie da iſt, zum Altare führen?

App. Wahrloch, das werd' ich nun erſt gewahr. Wer kann Sie ſehen, Emilia, und auch auf Ihren Putz achten?— Und nun warum nicht ſo, wie ſie da iſt?

Emil. Nein, mein lieber Graf, nicht ſo; nicht ganz ſo. Aber auch nicht viel prächtiger; nicht viel. Huſch, huſch, und ich bin fertig! Nichts, gar nichts von dem Geſchmeide, dem letzten Geſchenke

Ihrer verſchwenderiſchen Großmuth. Nichts, gar

nichts was ſich nur zu ſolchen Geſchmeide ſchickte. Ich könnte ihm gram ſein, dieſem Geſchmeide, wenn es nicht von Ihnen wäre.— Denn dreimal hat mit von ihm geträumet. 3

Clau d. Nun! davon weiß ich ja nichts. Emil. Als ob ich es trüge, und als ob plötzlich ſich jeder Stein deſſelben in eine Perle verwandle.

— Perlen aber, meine Mntter, Perlen bedeuten,

Thränen. Claud. Kind! Die Bedeutung iſt träumeriſcher, als der Traum. Wareſt Du nicht von jeher eine größere Liebhaberin von Perlen, als von Steinen? Emil. Freilich, meine Mutter, freilich— App.(nachdenkend und ſchwermüthig.) Bedeuten Tbränen— bedeuten Thränen! Emil. Wie? Ihnen fällt das auf? Ihnen? App. Ja wohlz ich ſollte mich ſchämen. Aber, wenn die Einblildungskraft eiumal zu traurigen Bil⸗ dern geſtimmt iſt—