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Claud. Ich wollte Dir das nicht ſagen, meine Tochter, bevor Dir es Dein eigner geſunder Ver⸗ ſtand ſagte. Und ich wußte, er würde Dir es ſagen, ſobald Du wieder zu Dir ſelbſt gekommen. Der Prinz iſt galant. Du biſt die unbedeutende Sprache der Galanterie zu wenig gewohnt. Eine Höflichkeit wird in ihr zur Empfindung; eine Schmeichelet zur Betheurung; ein Einfall zum Wunſche; ein Wunſch zum Vorſatze. Nichts klingt in dieſer Sprache wie Alles: und Alles iſt in ihr ſo viel als Nichts.
Emil. O meine Mutter! ſo müßte ich mir mit meiner Furcht vollends lächerlich vorkommen! Nun ſoll er gewiß nichts davon erfahren, mein guter Ap⸗ piani! Er könnte mich leicht für mehr eitel, als tu⸗ gendhaft, halten. Hui! daß er da ſelbſt kömmt! Es iſt ſein Gang.
Siebenter Auftritt. Graf Appiani. Die Vorigen.
App.(tritt tiefſinnig, mit vor ſich hingeſchlagenen Augen herein, und kömmt näher, ohne ſie zu erblicken; bis Emtlia ihm entgegen ſpringt.) Ah, meine Theuerſte! Ich war mir Sie in dem Vorzimmer nicht vermuthend.
Emil. Ich wünſchte Sie heiter, Herr Graf, auch wo Sie mich nicht vermuthen. So feierlich? ſo ernſthaft? Iſt dieſer Tag keiner freudigern Aufwal⸗ lung werth?
App. Er iſt mehr werth, als mein ganzes Le⸗ ben. Aber ſchwanger mit ſo viel Glückſeligkeit für mich,— mag es wohl dieſe Glückſeigkei ſibſt ſein,


