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den. Auch war nicht viel Aufhebens davon zu ma⸗ chen. Sie werden lachen, Prinz. Aber ſo geht es den Empfindſamen! Die Liebe ſpielet ihnen immer die ſchlimmſten Streiche. Ein Mädchen ohne Ver⸗ mögen und ohne Rang, hat ihn in ihre Schlinge zu ziehen gewußt, mit ein wenig Larve: aber mit vielem Prunke von Tugend und Gefühl und Witz,— und was weiß ich?
Prinz. Wer ſich den Eindrücken, die Unſchuld und Schönheit auf ihn machen, ohne weitere Rückſicht, ſo ganz überlaſſen darf; ich dächte der wäre eher zu benei⸗ den als zu belachen. Und wie heißt denn die Glück⸗ liche? Denn bei alle dem iſt Appiani— ich weiß wohl, daß Sie, Marinelli, ihn nicht leiden können, eben ſo wenig als er Sie— bei alle dem iſt er doch ein ſehr würdiger junger Mann, ein ſchöner Mann, ein reicher Mann, ein Mann voller Ehre. Ich hätte ſehr gewünſcht, ihn mir verbinden zu können. Ich werde noch darauf denken.
Mar. Wenn es nicht zu ſpät iſt. Denn ſo viel ich höre, iſt ſein Plan gar nicht, bei Hofe ſein Glück u machen. Er will mit ſeiner Gebictherin nach enen Thälern von Piemont: Gemſen zu jagen, auf den Alpen; und Murmelthiere abzurichten. Was kann er beſſeres thun? Hier iſt es durch das Miß⸗ bündniß, welches er trifft, mit ihm doch aus. Der Zirkel der erſten Häuſer iſt ihm von nun an ver⸗ ſchloſſen.
Prinz. Mit euren erſten Häuſern! in welches das Ceremoniel, der Zwang, die Langeweile, nnd nicht


