Prinz(indem er ſich zu faſſen ſucht, aber ohne ein Auge von dem Bilde zu verwenden.) So halb! um ſie eben wieder zu kennen. Es iſt einige Wochen her, als ich ſie mit ihrer Mutter in einer Vegghia traf. Nachher iſt ſie mir nur an heiligen Stätten wieder vorgekommen, wo das Angaffen ſich weniger ziemet. Auch kenn' ich ihren Vater. Er iſt mein Freund nicht. Er war es, der ſich meinen Anſprüchen auf Sabionetta am meiſten widerſetzte. Ein alter Degen; ſtolz und rauh; ſonſt bieder und gut! 3
Conti. Der Vater! Aber hier haben wir ſeine Tochter.—
Prinz. Bei Gott! wie aus dem Spiegel geſtohlen! lnoch immer die Augen auf das Bild geheftet! O, Sie wiſſen es ja wohl, Conti, daß man den Künſtler dann erſt recht lobt, wenn man über ſein Werk ſein Lob vergißt. 4
Conti. Gleichwohl hat mich dieſes noch ſehr unzufrieden mit mir gelaſſen.— Und doch bin ich wiederum ſehr zufrieden mit meiner Unzufriedenheit mit mir ſelbſt.— Ha! daß wir nicht unmittelbar mit den Augen malen! Auf dem langen Wege, aus dem Auge durch den Arm in den Pinſel, wie viel geht da verloren!— Aber, wie ich ſage, daß ich es weiß, was hier verloren gegangen, und wie es ver⸗
loren gegangen, und warum es verloren gehen müſ⸗
ſen: darauf bin ich eben ſo ſtolz, und ſtolzer, als
ch auf alles das bin, was ich nicht verloren gehen
laſſen. Denn aus jenem erkenne ich, mehr als aus dieſem, daß ich wirklich ein großer Maler bin; daß es aber meine Hand nur nicht immer iſt.— Oder


