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Die beiden Liberalen : aus den Memoiren eines jungen Parisers / herausgegeben von Leontine Romainville
Entstehung
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mein Schickſal und mein zerriſſenes Herz hintragen, will ich huͤlfeleiſtend mich nuͤtzlich machen! Schnell druͤckte er mir die Hand und entſchwand meinen Blicken, ehe ich Worte finden konnte. Ich war allein mit meiner Cornelie zuruͤckgeblieben; als ich mich ihr nahte, ſtand ſie einer Bildſaͤule aͤhnlich, das Auge unverwandt nach der Kloſterthuͤre; dann traten wir beide raſch ins Freie hinaus und verſtanden uns in einer langen ſtummen Umarmung. Es gibt Mo⸗ mente, worin ſolch feierliches Schweigen mehr ausſpricht als die beſtbedachte Rede; deswegen erkannte ich auch ohne Worte Corneliens urnbeſchreibliche Erſchuͤtterung. Alſo dahin hatte Ferdinands Durſt nach Freiheit, ſein heißer Wunſch, fuͤr ſein Vaterland zu wirken ihn gefuͤhrt?? Solchen Ausgang ſollte ſein duͤ⸗ ſteres, unklares Sinnen, der ewige Kampf mit ſich und der Umgebung nehmen? Armer Juͤngling! O, daß dich kein beſſerer Genius beſchuͤtzte, daß dich der Daͤmon des Fanatismus, der boͤſeſte unter den boͤſen, ſo irreleiten konnte! Tief ſchmerzte mich die Zerruͤttung dieſer edlen Seele; je mehr ich aber uͤber ſeine ſtets unklaren Begriffe nachdachte, deſto natuͤr⸗ licher fand ich das Reſultat. Weder meine Gattin noch ich wuͤnſchten unter dieſen traurigen Verhaͤltniſſen ihn wiederzuſehen, und ſo beſchleunigten wir unſere Abreiſe. Rächdem wir ſchon einige Monate in gluͤcklicher Einſamkeit auf meinem ſchoͤnen Gute unfern Paris 23*