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Die beiden Liberalen : aus den Memoiren eines jungen Parisers / herausgegeben von Leontine Romainville
Entstehung
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verlebt hatten, ſchickten mir die Freunde, mit denen ich in politiſchen Verbindungen ſtand, ploͤtzlich am 26. Juli Abends einen Courier, um mir die große Begebenheit, die Erſcheinung der beruͤhmten Ordon⸗ nanzen dieſes Tages anzuzeigen, wodurch uns Libe⸗ ralen das Recht ward, oͤffentlich aufzutreten.

Endlich, endlich, rief ich Cornelien begeiſtert zu, en⸗ digt alles unnuͤtze Schwatzen, und wir koͤnnen handeln.

Sie verſtand mich nicht, auch dann kaum, als ich ihr die beruͤchtigte Herausfoderung an die Freiheit und de⸗ ren Vertheidiger zeigte; aber ſie folgte mir augenblicklich nach Paris, als ich verſicherte, wie nothwendig es ſei, wenn mich auch vielleicht Gefahr dabei bedrohe.

Die Beſcheidenheit erlaubt mir nicht, meine Thaͤtigkeit in den drei glorreichen Tagen zu ruͤhmen; aber nur die Mitwirkung aller guten Patrioten, unter die ich mich mit Stolz zaͤhlen kann, erhob den wahren Thron der Freiheit, den uns der Himmel und Maͤßigung in Frieden erhalten moͤgen; und jetzt haͤtte Ferdinand den wahr⸗ haft großen Geiſt der, durch ſchlechte Regierung auf⸗ geloͤſten, großen Armee wiedererkennen moͤgen.

Meine theure Cornelie, fuͤr die meine Liebe taͤglich zu⸗ nimmt, verſteht uns beſſer, ſeitdem ſie mit uns lebt; ſie begreift, daß mit dem Boden auch der Menſch und ſeine Geſinnung ſich aͤndert, und daß es ein anderes Lebensziel gibt, als ihr bis jetzt bekannt war.