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zwiſchen Feldern und Huͤtten ſich dahinſchlaͤngelnd zu⸗ ruͤckſpiegelte. Singend und ſchwatzend ergingen ſich die Einwohner im Freien, und ein Schwarm froher Kin⸗ der ſchrie und lief hinter dem Poſtillon her, der uns im ſchnellen Trabe vor das Poſthaus fuhr. Das ganze Dorf hatte ein heiliges, feſtliches Anſehen, mehr aber noch als dieſes das majeſtaͤtiſche Kloſter, wel⸗ ches hoch vom Berggipfel daruͤber emporragte. Weithin hallten ſeine Glocken, und von allen Seiten ſah man Maͤnner und Frauen zu der mit dem Kloſter verbun⸗ denen Kirche wallen. Ich erkundigte mich, welche Feierlichkeit man hier begehe, und erfuhr, daß es eine partielle ſei, indem man dort oben im Moͤnchs⸗ kloſter einen Novizen einkleide. Dieſe traurige Hand⸗ lung, bei der man ſtets eine ſchon untergegangene Gluͤckſeligkeit oder eine verkuͤmmerte Zukunft erwar⸗ ten kann, haͤtte mich eher hinweggetrieben, wuͤnſchte nicht Cornelie, die andaͤchtiger als ich war, der Meſſe in der Kirche beizuwohnen; ich fand es rathſam, ſie zu begleiten, und bald gelangten wir mit den Andern hinauf. Heilig und ernſt verrichtete der Prieſter ſein Amt; dann oͤffnete ſich hinter dem Altare eine Thuͤr, durch welche man in den langen Kreuzgang des Klo⸗ ſters ſchaute. Ihre hohen geweihten Kerzen in den Haͤnden, kamen die Moͤnche, abgemeſſenen Schritts, mit niedergeſchlagenen Blicken, langſam durch das Gewoͤlbe, und tauſendfach ſchallten ihre einfoͤrmigen 23
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