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Die beiden Liberalen : aus den Memoiren eines jungen Parisers / herausgegeben von Leontine Romainville
Entstehung
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folgten naͤmlich die Sitte jenes Landes, gleich am Hochzeitstage eine Reiſe zum Vergnuͤgen anzutreten, und ſchon rollten wir in unſerer leichten Kaleſche den Huͤgel hinab, als Corneliens Thraͤnen, dem Ab⸗ ſchiede von einem guten Vater und verehrten Freun⸗ den geweiht, noch ſanft ihre Roſenwangen netzten.

Die Zeit, die Zerſtreuungen einer ſchoͤnen Reiſe, ihr eigner Wunſch, den Ort truͤber Mahnungen vor der Hand zu verlaſſen, die unverhohlenſte Liebe zu mir, ihrem gluͤcklichen Gatten, ließen Cornelien dieſe Trennung von den Ihrigen nach und nach beſſer er⸗ tragen. Unſer Weg fuͤhrte uns auf ihr Begehren nach Italien, und eifrig blieb der Briefwechſel zwi⸗ ſchen den jungen Frauen; hierdurch erfuhren wir noch, daß Honorine bald nach unſerer Abfahrt als Madame Arwed Latour nach Paris zuruͤckkehrte, dem ſie ſo unverholen den Vorzug vor jeder andern Stadt gab, ja außer deſſen Mauern ſie keine Freude mehr in der Welt glaubte, wozu, nach ihrer eignen Beichte, wol der Zufall, daß ſieein Kind des ergoͤtzlichen Boule⸗ vards war, beitragen mochte.

Ein betruͤbender Umſtand ſollte indeſſen noch un⸗ aufgeklaͤrt bleiben und Beſorgniß bei uns erwecken. Jene Briefe der Fluͤchtlinge, worin ſie, ohne ihren Aufenthalt zu nennen, ſich bei der Regierung durch des Prinzen moͤrderiſche Abſichten zu entſchuldigen ſuch⸗ ten, waren die einzige Nachricht, die man ſeit ihrer