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Die beiden Liberalen : aus den Memoiren eines jungen Parisers / herausgegeben von Leontine Romainville
Entstehung
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Anſichten treu, aber deswegen gewiß nicht minder Freund der Freiheit, zu deren Vertheidigung mit Kraft und Wuͤrde laut aufzutreten ich vor Begierde brannte. Auch ich war gleich der groͤßern, beſſern Menge mit dem öffentlichen unzufrieden, auch ich wuͤnſchte zum Wohl des Staates nuͤtzen zu koͤnnen, und litt um ſo mehr, daß mir und den mir Gleich⸗ geſinnten von oben herab voͤllig der Weg dazu ver⸗ ſperrt ward. Kein Platz blieb fuͤr uns zum Wirken offen, und wollten wir nicht zu niedrigen Raͤnke⸗ ſchmiedern, Heuchlern, Scheinheiligen uns herablaſſen,

ſo mußten wir vor der Hand die Segel ſtreichen.

Wir wichen der Nothwendigkeit des Moments, jedoch weder geduldig noch fuͤr immer reſignirt, und ſuch⸗ ten uns immer mehr uͤber die wahre oͤffentliche Stim⸗ mung zu unterrichten. Aber auch Honorine, die Witwe meines Arweds, des theuren Freundes des Collegiums, vergaß ich nicht; ſterbend hatte er mir ſie anempfoh⸗ len, und ſeine Anſpruͤche an mich, den Freund ſeiner Jugend, den Mitſchuͤler der Lehrſtunden, ſchienen mir heilig. Dem Freunde des Collegiums ſchwur ich ein Beſchuͤtzer ſeiner verlaſſenen Gattin zu ſein, und in dieſem Sinne wollte ich mein Verſprechen halten. Ihre Erbſchaftsanſpruͤche waren bei der Fa⸗ milie Latour nicht ſo leicht geltend zu machen, als ſie waͤhnte, und bedeutende Hinderniſſe draͤngten ſich zwiſchen ihre Anfoderung und die Bewilligung. Ob