— 318—
verdammt, iſt morgen zuruͤckgenommen, wenn Sie mich in meinen Wuͤnſchen unterſtuͤtzen, was Ihnen, da Sie die Baroneſſe nicht lieben, ein Leichtes ſein muß.
Beduͤrfte es hier wol der Beſchreibung meiner Lage? waͤre es moͤglich paſſende Ausdruͤcke zu fin⸗ den? Nein, ich laſſe errathen, was nicht zu ſchildern iſt.
Ruchloſer! das ſoll dir theuer zu ſtehen kommen! dachte ich und bezwang mich mit faſt uͤbermenſchli⸗ cher Kraft, ihn nicht auf der Stelle anzugreifen, als Fer⸗ dinand, indem er ſich von dem Prinzen losriß, der ihn waͤhrend der letzten Worte ſeines ſchaͤndlichen Plans zutraulich bei der Hand hielt, einem gereizten Tiger gleich ihn anſchrie:
Elender, veraͤchtlicher Wuͤſtling, eher wollte ich mein ganzes Leben in Ketten ſchmachten, es am Gal⸗ gen aushauchen und mein Gebein den Raben vorge⸗ worfen wiſſen, als meine und die Ehre eines unſchul⸗ digen Maͤdchens verpfaͤnden! Unmenſch——
Genug, halte ein, Verblendeter! entgegnete der Boͤſe⸗ wicht, die Heuchlermaske abwerfend, indem er ſeine ehemals hochmuͤthige Stellung wieder annahm; Du willſt Dich ins Verderben ſtuͤrzen; ſei es denn, es iſt Deine eigne Schuld. So wiſſen Sie, Herr von Leuchtenhauſen, daß ich Ihnen dieſen Weg der Milde aus Schonung vorſchlug, aus Ruͤckſicht fuͤr Ihre Fa⸗ milie und namentlich fuͤr die Baroneſſe, welche alſo ohne Aufſehen und auf die ehrenvollſte Weiſe ſchon


