— 214— dahinter zu verbergen; auch waren wir kaum auf dieſe Weiſe einigermaßen geſichert, als der Gefangenwaͤrter
einem Manne von ſtattlicher Figur hereinleuchtete, in dem ich ſogleich, aus meinem Schlupfwinkel herſchie⸗
lend, den Prinzen erkannte.
Mein Entſetzen vermehrte ſich, doch war mein Plan auf der Stelle reif. Nicht abſichtslos konnte ſein Er⸗ ſcheinen um dieſe Stunde in ſchwarzer, kalter Win⸗ ternacht hier ſein, nicht ohne Gefahr voruͤberziehen; aber was ihn auch immer herfuͤhren mochte, ſo ge⸗ lobte ich mir, Ferdinand ſollte dennoch gerettet wer⸗ den. Leiſe, mit der groͤßten Vorſicht fuͤhlte ich nach meinen Waffen und horchte aͤngſtlich auf. Gluͤcklicher⸗ weiſe beſtand die Erleuchtung nur in einer Blend⸗ laterne, die ihr ſchwaches Licht nach der entgegenge⸗ ſetzten Seite des Fenſters warf, und da der Fuͤrſt wol ohnehin nicht gewohnt war Gefaͤngniſſe zu beſu⸗ chen, ſo fiel ihm hier nichts auf, wie ich bald be⸗ merkte. Ferdinand, dem das Herz pochen mußte, ſtellte ſich dennoch mit Geſchicklichkeit ſchlafend; nur auf mehres Rufen des Prinzen rieb er ſich erſt die Augen und richtete ſich dann erſt langſam in die Hoͤhe.
Dieſer Fuͤrſt, deſſen Ausdruck, deſſen Phyſiogno⸗ mie trotz ſeiner geregelten Zuͤge und des guten An⸗ ſtandes von dem erſten Augenblicke an, als ich ihn im Luſtſchloſſe des Baron Turneck ſah, einen unan⸗


