— 32—
zur ausſchließlichen Lecture Journale waͤhlen, und ſehen Sie, dieſe Nothwendigkeit war es, die mich ſo von ganzer Seele verdroß.
Und dieſes allein Ihre Anklage gegen Paris? ent⸗ gegnete mein Gefaͤhrte, wahrlich! haͤtte ich doch nim⸗ mer geglaubt, derſelbe Gegenſtand, der meine Bewun⸗ derung dort erregte, koͤnne bei dem Eingeborenen Ver⸗ druß erwecken. Wenn dieſes allein der Grund Ih⸗ rer Unzufriedenheit iſt, ſo wuͤrde mir eine derbe Lection, denn ich ſehe einen Pariſer im Beſitze alles Deſſen, was mir wuͤnſchenswerth erſcheint, nur durch über⸗ maß des Genuſſes abgeſtumpft. Nun, deſto beſſer fuͤr meine Heimath, wohin Sie mich jetzt begleiten. Sie werden dort weder von Geraͤuſch, noch Journa⸗ len, noch gar politiſchen Zaͤnkereien geſtoͤrt werden! Fer⸗ dinand lachte ſo uͤberlaut dabei, wie ich an dem im⸗ mer Verſtimmten nicht gewohnt war, und ſichtbar deutete es auf Spott; auch behauptete er, ich haͤtte ihm noch keinen vernuͤnftigen Grund meiner Unzu⸗ friedenheit augegeben. Da ich mich zur Zeit jener Unterhaltung ganz in meinem Rechte waͤhnte, ſo be⸗ muͤhte ich mich, mehr Beweiſe aufzuſtellen. Ich leugne, fuhr ich fort, dieſer Lecture nicht ihre guten, intereſſanten Seiten ab, manche angenehme Stunde verdankte ich ihr, und die Exiſtenz des Liberalismus in Paris ginge zu Grunde, verloͤre ſie ihre Stuͤtze der Journale; aber das Journalweſen dort bringt ſo


