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Die beiden Liberalen : aus den Memoiren eines jungen Parisers / herausgegeben von Leontine Romainville
Entstehung
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noch ſelbſt keine Meinung hatte. Bei meiner Jugend konnte ich auch in den Sitzungen noch zu keiner Thaͤ⸗ tigkeit gelangen, und ſo begann ich vom Morgen bis Abend eben nichts als die Debatten der Kammern zu hoͤren und Journale zu leſen, was nicht viel mehr ſagen will als ſich im Muͤßiggange umherzutreiben. Ich ward es ploͤtzlich uͤberdruͤſſig, tagtaͤglich dieſen Haufen Tagesblaͤtter zu durchleſen, die mich am Ende meiner Laufbahn doch nicht kluͤger machen werden, und worin ich, mich durch einen Wuſt von Redens⸗ arten ſchlagend, das Reſultat vergeblich ſuche, und leiteten ſie mich gar irre, wie ich es oft zu ſpaͤt ein⸗ ſah, erweckten ſie Zweifel in mir, ſo ward ich ver⸗ ſtimmter als zuvor.

Warum, frug Ferdinand, laſen Sie die Journale, wenn Sie Ihnen Verdruß verurſachten?

Weil ich in Paris lebte, verſetzte ich, wo es das erſte Beduͤrfniß aller Claſſen iſt. Ich las nicht allein taͤglich eine gewiſſe Anzahl, ſondern ich begann da⸗ mit, ſobald ich die Augen oͤffnete. Man iſt nicht unterrichtet oder gebildet, wenn man Zeitungen lieſt, nicht das Gegentheil durch Unterlaſſung, aber das Letztere ſcheint ſo in Paris, denn wie will man vom fruͤhen Morgen bis zum ſpaͤten Abend in der allge⸗ meinen Unterhaltung ſich zurecht finden, wenn man nicht zuvor durch oͤffentliche Blaͤtter unterrichtet iſt? Ich wuͤrde nicht als Beiſpiel des Umſtandes erwaͤh⸗