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Die beiden Liberalen : aus den Memoiren eines jungen Parisers / herausgegeben von Leontine Romainville
Entstehung
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mir am leichteſten. Sie waren beſcheiden, gut ge⸗ ſinnt, theilweiſe ſogar demuͤthig, liebten gewoͤhnlich Frankreich, ſeine Bewohner und Sitten, und waren dabei, was fuͤr mich das Wichtigſte blieb, mehren⸗ theils gruͤndlich unterrichtet; ich konnte mich ſehr leicht mit ihnen befreunden und zog ſie daher bald den jun⸗ gen Leuten anderer Nationen vor.

Unter Andern zeichnete ſich ein Suͤddeutſcher, Na⸗ mens Ferdinand von Leuchtenhauſen, aus, der mich durch ſein eigenthuͤmliches Weſen ſehr anzog. Er war ein wohlgebildeter Juͤngling, ſein Auge zugleich feurig und duͤſter; er zeigte ſich mir zuerſt in einem bei der Jugend ſeines Vaterlandes beliebten, deutſchen Studentencoſtume, welches aber bei ſeinem verlaͤnger⸗ ten Aufenthalte in unſerer Hauptſtadt allmaͤlig Ver⸗ aͤnderungen erlitt und zuletzt ganz verſchwand. Er mußte mancherlei Neckereien deshalb von mir erdul⸗ den, denn ich behauptete, dieſes Abſtreifen der Stu⸗ dentenhaut geſchehe nur in der Fruͤhlingsſonne der Liebe, indeß antwortete er nie darauf, und da er uͤberhaupt ſehr verſchloſſen war, ſo hatte ich auch nicht erfahren, weshalb er in Paris lebte. Da mein Hauptzweck aber vollkommen durch ihn erreicht ward, indem ich die bedeutendſten Fortſchritte in der deut⸗ ſchen Sprache unter ſeiner Anleitung machte, wobei ich, wenn wir die deutſchen Dichter vornahmen, nicht genug ſeine gediegenen Kenntniſſe ſowol als ſein