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Du froh, in unſerer Mitte eine freundliche Aufnahme zu finden; wie denn uͤberhaupt Adelshochmuth in Frankreich bereits einer untergegangenen Zeit ange⸗ hoͤrt. Durch Deine aͤußere hoͤhere Stellung wardſt Du am Ende der Sanfteſte, Hoͤflichſte; und wir haben in der glaͤnzenden Laufbahn, die Du nach unſerer Trennung begonnen, oft Zeichen der unverbruͤchlichen Treue Deiner echten Freundſchaft erhalten.
O! warum muß ich jetzt einen Augenblick zoͤgernd inne halten, da ich nebſt Euch Dreien, auch eines vier⸗ ten, vielgeliebten Freundes, vielleicht meinem Herzen der naͤchſte, gedenke. Arwed Latour!——— doch vor der Hand ſtille von jenem ungluͤcklichen Ereig⸗ niſſe. Noch eine Thraͤne weihe ich dem Guten, bei dem Schwaͤche und Heftigkeit vereint, jede wahre Gluͤckſeligkeit untergruben.——
In ſpaͤteren Jahren bin ich oft auf die Betrach⸗ tung zuruͤckgefuͤhrt worden: woher dieſe lebhaften Ge⸗ fuͤhle der Freundſchaft fuͤr die Gefaͤhrten, mit denen man die Jahre im Collegium zubringt, und die ſo un⸗ zerſtoͤrbar unter uns Juͤnglingen bleibt, kommen mag? Freund des Collegiums! dieſe Worte tragen einen un⸗ widerſtehlichen Zauber, der uns durchs Leben begleitet und einen großen Einfluß auf unſere Verbindungen und Handlungen hat. Gibt ſich nach langen Jah⸗ ren, in denen uns das Schickſal auf die verſchiedenſte Bahn, in die verſchiedenſte Stellung fuͤhrte, ein ſol⸗


