Teil eines Werkes 
1. Theil (1833)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nenblume, deren Anſchau die Augen ver⸗ blendet, ſie iſt nur ein ſtilles, einfaches

Wieſenbluͤmchen, ein zartes Veilchen, ſtill und beſcheiden. Wenn du in Adelheid die Himmelskoͤnigin zu erblicken glaubſt, um deren Haupt ein Strahlendiadem aus Son⸗ nengluth dir entgegen leuchtet; dann ſteht Emma wie eine Heilige der Erde, fromm, das ſchoͤne Auge dem Himmel zugewandt, neben ihr. Die Glorie, die ſie umgiebt, ſtrahlt bleich und ſilbern wie das keuſche Licht des Mondes.

Beim Himmel! rief Hardenberg, du ſcheinſt es heute darauf angelegt zu haben, meine Neugierde aufs hoͤchſte zu ſpannen; doch wie wirſt du ihre Geſtalt mir ſchildern?

Wie die alten niederlaͤndiſchen Maler uns die deutſchen Jungfrauen zu malen pflegten, ſchlank und zuͤchtig, die Locken blond, das Auge blau, Roſen und Lilien