186
aus dem Keller herauf und ins Freie rollten. Eins davon wurde aufgeſtellt, der Boden eingeſchlagen und dann in Geſchirren aller Art, die ſie aus den Häuſern herbeigeholt, der ſüße ungewohnte Labetrunk in un⸗ mäßigen Zügen geſchlürft. Ein wahres Bild des Jam⸗ mers, ohne Rath und Hülfe mitten unter den Lärmen⸗ den ſtand der Frater Kellermeiſter; eine Schramme über Glatze und Stirn, an der noch das Blut hernie⸗ derrieſelte, und die in Fetzen um den Leib hängende Kutte zeigten, daß er ſeine Schätze nicht unvertheidigt gelaſſen hatte. Jetzt ſtand er, die Ergebenheit der Ver⸗ zweiflung in dem ſonſt ſo roſigen, jetzt bis zum Tode er⸗ blaßten Rundgeſichte mitten unter den Zerſtörern, einer Verzweiflung, die nicht ſo ſehr der Beraubung ſeines Kel⸗ lers als der Wahrnehmung galt, wie das edle Getränk von ſolchen Kannibalen ohne allen Verſtand und Genuß wahrhaft kannibaliſch verzehrt und vernichtet wurde. Wie einer, deſſen Gedanken irre zu werden und ſich im Kreiſe zu drehen beginnen, wandte er ſuchend das Auge hin und her und blieb auf dem Pandurenführer haften, der eben mit ſeinem bepflaſterten Antlitz näher kam und von den Kameraden mit einem wilden Ge⸗ brüll begrüßt wurde, das Geſang ſein ſollte. Der Kellermeiſter verhoffte; Geſicht und Geſtalt dünkten ihm bekannt.


